Ein Container mit gut 30 Quadratmetern Wohnfläche ist seit fast drei Monaten das Zuhause von Ehepaar Lewandowsky aus Kabelitz. Ihr im Juni 2013 geflutetes Haus steht kurz vor dem Abriss. Dabei hatten sie im Spätsommer schon mit der Sanierung begonnen.

Kabelitz l "Das kriegen wir schon wieder hin, Weihnachten wird der Tannenbaum aufgestellt!" So zuversichtlich hatten sich Veronika und Frank Lewandowsky an die Sanierung ihres Hauses gemacht. Auf ihrem Hof, der sich an der Einfahrt zum Dorfgemeinschaftshaus befindet, hatte das Deichbruchwasser stellenweise 1,80 Meter hoch gestanden, im höher rausgebauten Haus etwa 30 Zentimeter. "Als wir nach der Evakuierung zurückkamen, haben wir hier das Chaos vorgefunden. Wir sind erst einmal nur mühsam auf den Hof gekommen, weil das zur Miete gestapelte Holz überall herumlag und das Tor blockierte", erinnert sich Frank Lewandowsky. Mit ihren Schäferhunden hatte die Familie Zuflucht bei Hefners, die den Tangermünder Hundeplatz betreiben, gefunden. "Eine Mauer in der Wohnung war eingestürzt und der Boden an einer nicht unterkellerten Stelle abgesackt. Aber das wollten wir alles reparieren." Der Familienvater erzählt, dass eine Firma schon sämtlichen Putz von den Wänden gestemmt hatte, der neue Fußbodenbeton schon wieder gegossen war und sie selbst schon die Wände für die neuen Elektroleitungen geschlitzt hatten.

"Erstmal war der Baustopp ein Schock!"

Als die nicht gegen Hochwasser versicherten Lewandowskys aber einen Nachfolgeantrag bei der Investitionsbank für die kaputte Heizung im Keller stellten, schickten die einen Gutachter zur Kontrolle vorbei. "Und kurz darauf bekamen wir einen Anruf, dass sofort Baustopp ist", schildert Veronika Lewandowsky. "Wegen der statischen Mängel wird die Sanierung zu teuer. Deshalb müssen wir abreißen und neu bauen." Das war zunächst ein Schock, "aber das ist wohl die beste Entscheidung", zeigt Frank Lewandowsky immer mehr auftretende Risse in Wänden und auch im neuen Fußboden.

Ins Gartenhäuschen war das Ehepaar im Sommer gezogen, als die Bauarbeiten begannen, der Sohn bekam eine Wohnung im Fischbecker Neubau. Doch auch das Gartenhaus hatte im Wasser gestanden und begann zu schimmeln. "Und wir hatten keine Dusche und sind immer nach Tangermünde gefahren. Deshalb hatte ich am Jahresende mal beim DRK nachgefragt, ob wir einen Duschcontainer haben könnten. Da bot man uns gleich den kompletten Container an." Und mit dem ist das Ehepaar vollends zufrieden, "wir haben keine großen Ansprüche".

"Das kleinere Haus ist ausreichend für uns."

Vor einer Woche bekamen die Kabelitzer die Genehmigung der Mittel für den Bau eines neuen Hauses - kleiner als das alte "aber ausreichend für uns". Jetzt steht erst einmal der Abriss an. Nicht nur das große Wohnhaus, in den die ehemaligen Tangermünder 1989 gezogen waren, sondern auch alle Nebengebäude kommen weg. "Wir hoffen, dass wir schnell die Baugenehmigung bekommen. Und wenn dann alles ganz optimal läuft, könnten wir ja vielleicht doch Weihnachten im neuen Haus sein - aber das wird knapp", befürchtet Frank Lewandowsky. Von der Investitionsbank gibt es 80 Prozent Wiederaufbauhilfe, den Rest bringt die Familie selbst und über Spenden auf, "ein bisschen fehlt noch, aber das schaffen wir irgendwie!"