Im Havelberger Gesundheits- und Freizeitstudio von Michael Möhring gibt es seit einiger Zeit ein "affenstarkes" Projekt. Es werden Handys gesammelt, um den bedrohten Gorillas im Regenwald zu helfen.

Havelberg l Dass das Recyceln alter Mobiltelefone den letzten Gorillas helfen und sie vor dem Aussterben retten kann, hatte Michael Möhring nicht gewusst. Bei einem Besuch im Leipziger Zoo beobachtete er eine Gorillafamilie und erfuhr auch Wissenswertes über diese bedrohten Tiere. In einem Aushang am Gorilla-Affenhaus war zu erfahren, dass Teile der Handys das Metall Tantal enthalten, welches aus dem Roherz Coltan gewonnen wird. Und dieses Coltan wird in Zentralafrika abgebaut - meist von Kindern und mitten in der Heimat der letzten Berggorillas. Konsequentes Recycling kann also dazu beitragen, Ressourcen, Lebensraum und Gorillas zu schonen.

"Von Bekannten wurde ich dann ermutigt, mir die Gorillas nicht nur im Zoo, sondern live im Regenwald anzuschauen. Das habe ich dann auch getan." Michael Möhring erzählt, dass er etwas Englisch lernte und dann im vergangenen Jahr nach Uganda geflogen ist. Die Vorbereitungen waren inklusive der Impfungen sehr umfangreich. "Die Reiseroute betrug 2000 Kilometer auf zum Teil sehr schlechten Wegen. An verschiedensten Orten gab es auch immer eine Unternehmung in der Wildnis. Schimpansen-Trekking, Bootstour, Jeep-Touren und Fußwanderungen mit bewaffneten Rangern zählten dazu", erinnert sich Michael Möhring an erlebnisreiche Tage in Afrika.

Handybox steht bereit

Das schönste Reiseerlebnis war natürlich das Gorillatrekking in Begleitung von Rangern, Polizei, Soldaten und Trägern. "Die 15 Kilometer lange Tour führte auf eine Höhe von etwa 2500 Metern. Meine Begeisterung für die Gorillas ist dabei noch gewachsen!" Und das Bedürfnis, den Tieren zu helfen.

Und so wurde nach dem Urlaub die Handybox im Gesundheitsstudio aufgestellt. In einem Handy sind etwa 400 mg Tantal enthalten. Auf den ersten Blick klingt das wenig im Gegensatz zu den Bestandteilen Keramik, Kupfer und Eisen. Doch Hochrechnungen zufolge wurden in Deutschland im Jahr 2013 etwa 29,6 Millionen neue Handys und Smartphones verkauft. Allein darin sind fast 12 Tonnen Tantal enthalten. Es ist der Boom an kleinsten elektronischen Geräten, der den Coltan-Bedarf steigen lässt. Das Recycling des Metalls ist aufgrund der geringen Mengen in den elektronischen Geräten derzeit nur schwer möglich. Vielmehr werden Rohstoffe wie Gold, Silber oder Kupfer wiederverwertet. Dieses Geld wiederum wird zum Schutz der bedrohten Tiere, zum Erhalt des Lebensraumes und für bessere Bedingungen der Ranger verwendet.

"Durch die Aktionen wird an das Nachhaltigkeitsbewusstsein der Menschen appelliert", sagt Michael Möhring, der bereits die ersten Althandys eingeschickt hat.

Wer sich von seinem Mobiltelefon trennen und etwas für den Artenschutz tun möchte, kann es gern im Havelberger Gesundheits- und Freizeitstudio abgeben - das gilt nicht nur für Sportler, die zum Training kommen, sondern für alle, denen der Tierschutz am Herzen liegt.

 

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