Die Flut aus Fischbeck hat auch am Scharlibber See Verwüstungen hinterlassen. Die in der DAV-Gruppe organisierten Angler hatten sich kürzlich zu einem Arbeitseinsatz zusammengefunden, um die schlimmsten Schäden zu beseitigen.

Scharlibbe l Im Schuppen am eigentlich recht hoch gelegenen Ufer des Scharlibber Sees ist immer noch der Abdruck der Wassermassen an der Wand zu erkennen - über anderthalb Meter hoch hatte es hier gestanden. Die Flut hatte das hölzerne Gebäude eigentlich recht unbeschadet überstanden - nicht aber den Sturm im Dezember, da flog das Dach weg. Jetzt kommt die Ruine weg.

Der Sturm hatte auch zwei Bäume entwurzelt, die am Ufer gestanden hatten - vielleicht auch, weil der Boden noch recht aufgeweicht gewesen war und den Wurzeln keinen Halt bot. Lange Zeit war denn auch kein Rankommen an den See gewesen, denn zu dem 10,6 Hektar großen Gewässer führt lediglich ein Feldweg, der ebenfalls meterhoch geflutet gewesen war. Erst jetzt war es möglich, erste Arbeiten in Angriff zu nehmen. Noch immer steht stellenweise das Wasser.

Der Scharlibber Petrijünger Henry Scheffler hantierte am Ufer an den zahlreichen Stümpfen der umgestürzten Weide mit der Motorsäge. Die zerkleinerten dicken Stämme wurden gleich auf einen Hänger verladen - als Brennholz sind sie noch gut zu nutzen. Die kleineren Äste und Zweige wurden zusammengeharkt und gleich an Ort und Stelle verbrannt. Auch eine Pappel lag noch um.

Die zahlreichen Angelstege im See sind nach der Flut recht wackelig, doch müssen sich die Angler wohl selbst behelfen. Denn als Entschädigung soll die gesamte DAV-Gruppe Havelberg voraussichtlich nur 500 Euro erhalten, war von den Anglern zu erfahren.

See muss an Graben ran

Erwischt hatte es auch ihren Behindertensteg, der extra für ein Vereinsmitglied im Rollstuhl errichtet worden war. Etwa die Hälfte der Platten hatte die Strömung bei der Flutkatastrophe mitgenommen. Ortsgruppen-Vorsitzender Dirk Hoffmann brachte ein Notstromaggregat an den See, damit ein Trennschleifer in Gang gesetzt werden konnte - mit diesem sägte Hardy Wittstock aus Stendal die Platten für den Steg zurecht.

"Damit sich das Wasser nach der Flut schneller regenerieren kann, müsste der See wieder an den Land- und Weidegraben angeschlossen werden" meinte Helmut Päsler. Von diesem Graben war der See zu DDR-Zeiten abgetrennt worden, seitdem wird er nicht mehr durchströmt. Doch so könnte es Jahre dauern, bis das Gewässer seine alte Güte zurückerlangt. Es würde vielleicht auch reichen, wenn der See nur kurzzeitig durchströmt würde. Bereits 2002 hatten die Angler tausende tote Fische entsorgen müssen, auch im Vorjahr war ringsum alles voller Kadaver.

Noch immer ist kaum Leben im See zu entdecken, obwohl bereits Fische ausgesetzt wurden. Früher wurden bis zu 15 Kilo schwere Karpfen geangelt.

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