Das Kulturprojekt Stadtinsel arbeitet unter dem Dach des Havelberger Heimatvereins. Am Montag waren Interessenten willkommen, um über die künftige Arbeit zu sprechen. Sie bildeten Gruppen. Diese haben zwar verschiedene Aufgaben, aber ein Ziel: Einheimische und Touristen mit Kultur in die Innenstadt zu locken – und die Stadtinsel damit zu beleben.

Von Nelly Simon

Havelberg. Rund 40 Kulturinteressenten versammelten sich am vergangenen Montagabend in der Galerie Lange Straße 1, um das Kulturprojekt Stadtinsel weiter voranzutreiben. Reinhart Richter, der das Projekt im Dezember initiierte, wollte zunächst hören, welche Eindrücke die Anwesenden seit Anfang Dezember gewonnen haben.

Die Einschätzungen waren unterschiedlich. Das Interesse an den Ausstellungen sei noch gering gewesen, beklagte ein Teilnehmer. In den ehemaligen Fischladen wären die meisten Besucher wegen der Räumlichkeiten und aus nostalgischen Gründen gekommen, nicht wegen der Ausstellung.

Aber natürlich gab es auch positive Kommentierungen. So war ein Gast selbst erstaunt, wie schnell man doch etwas auf die Beine gestellt hat. Es brauche eben Zeit und Geduld, bis es fruchtet. Es wurden Verbesserungsvorschläge, Erfahrungen und neue Ideen diskutiert. "Wir haben schon jetzt spektakuläre Erfolge erzielt. Wenn ich Havelberg mit anderen Städten vergleiche, in denen ich tätig war, sind wir sehr weit", so Reinhart Richter, der sich wünscht, die Domstadt zu der kleinsten Kulturhauptstadt Europas zu entwickeln und zu kommunizieren.

Pläne, wie es weitergehen soll, hat er viele. Für die weitere Arbeit der Arbeitsgruppe Kulturprojekt Stadtinsel, die an diesem Abend gegründet wurde, wurden mehrere Arbeitsgruppen gebildet. Eine kümmert sich zum Beispiel um die Ausstellungsthemen. Das Ziel ist es, bis 2012 alle leeren Schaufenster mit Leben zu füllen. Die Gruppe "Immobilienmanagement" tritt mit Gebäudeeigentümern in Kontakt und bittet sie darum, leer stehende Räume auf der Stadtinsel dem Kulturprojekt für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen.

Die Arbeitsgruppe "Kooperation mit Schulen und Kindergärten" wird versuchen, Jugendliche aus dem Jugendzentrum, Schulklassen und Kindergarten-Gruppen für das Projekt zu gewinnen. Sie sollen auf die Stadtinsel kommen und sich im Rahmen des Unterrichts oder eines Ausfluges die Ausstellungen ansehen und auch daran mitwirken.

Ein weitere Idee von Reinhart Richter ist das Projekt "Lesen und lesen lassen." Eine Mischung aus Buchtauschregal, Antiquariat, Grafikgalerie und Haltestelle der Fahrbibliothek. Sein Wunschort dafür ist die Buchhandlung Kampfhenkel. Eine weitere Arbeitsgruppe wird ein regionales Künstlernetzwerk knüpfen. Auch zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Kooperation mit Therapieeinrichtungen wurden Arbeitsgruppen gebildet. "Wir haben viel vor. Spätestens zur Buga 2015 muss die Stadt sich verändert haben, damit die Besucher sie mit einem positiven Eindruck verlassen. Gemeinsam können wir das schaffen", so der 71-Jährige optimistisch. Der Heimatverein konnte an diesem Abend zwanzig neue Mitglieder gewinnen, die das Kulturprojekt unterstützen möchten.