Neukamern l Im August 2012 erhielt die Lehrschmiede von Ingo Hünemörder in Neukamern ihre staatliche Anerkennung. Lehrlinge, die das alte Handwerk des Hufbeschlagsschmiedes erlernen möchten, kann er hier allerdings noch nicht ausbilden - es fehlt im Bundesland die dazu nötige Prüfungskommission. Dem Landesverwaltungsamt, welches diese berufen muss, liegt zwar eine Namensliste mit Lehrmeistern und Fachtierärzten aus anderen Bundesländern von Ingo Hünemörder vor, doch eine Reaktion erfolgte bislang noch nicht.

Wie dem auch sei - am Sonnabend lädt der Hufbeschlagschmied nach zweijähriger Pause zu seinem zweiten Tag der offenen Tür ein. Ab 14 Uhr sind Gäste willkommen, sie können sechs Kollegen des Gastgebers und ihm selbst bei der Arbeit zuschauen. Hufeisen werden im glühendem Schmiedefeuer erhitzt und am Amboss geschmiedet, zudem wird ein Pferd mit handgeschmiedeten Eisen beschlagen.

Erste private Hufschmiede

Nebenbei erfährt man Wissenswertes über dieses Handwerk. Außerdem wird über die sichere Gestaltung von Beschlagplätzen informiert, was vor allem Reiterhöfe interessieren dürfte. Kaffee und Kuchen sowie andere Speisen und Getränke können käuflich erworben werden, im Anschluss folgt noch ein gemütlicher Teil im Festzelt.

Ingo Hünemörder ist seit 1992 in dem Beruf tätig, seit 2002 ist er auch Lehrmeister. Seine Lehrschmiede ist übrigens die erste privat geführte im deutschen Osten. Es gibt drei Wege, dieses Handwerk zu erlernen, die reguläre Lehre dauert dreieinhalb Jahre.

Der Neukamernsche betreut zwischen 600 und 700 Pferde, seine Arbeit führt ihn bis in die Regionen um Prenzlau, Berlin und Magdeburg sowie in die Westaltmark.