Zur Havelrenaturierung zwischen Havelberg und Kuhlhausen haben Landeigentümer noch bis zum 25. März die Gelegenheit, ihre Stellungnahme abzugeben. Innerhalb der Auslegungsfrist schauten sich viele die umfangreichen Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren im Havelberger Rathaus an.

Havelberg l Es ist der Maßnahmekomplex 1, für den die Planungsunterlagen fertig sind. Sechs dicke Ordner mit diversem Karten- und Textmaterial müsste durchwälzen, wer alles genau wissen will. Der Komplex ist in verschiedene Bereiche eingeteilt, so dass der betroffene Eigentümer zielgenau schauen kann, was auf seinem Areal innerhalb des Gewässerrandstreifenprojektes "Untere Havelniederung zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf" des Naturschutzbundes Nabu geplant ist.

Ufer- und Auenwald wird angelegt

Im Bereich von Havelberg, alte Panzerstraße hinter dem Modellsportzentrum, bis zum Fischerberg in Kuhlhausen sollen drei Altarme der Havel wieder an den Fluss angeschlossen werden, erklärt Dieter Härtwig vom Havelberger Ordnungsamt. Zudem werden an elf Stellen Deckwerke aus Wasserbausteinen, die einst zur Befestigung des Ufers für eine bessere Schiffbarkeit der Havel angelegt wurden, zurückgebaut. An acht Standorten sollen Uferverwallungen entfernt und Flutrinnen aktiviert werden, in neun Bereichen Ufer- und Auenwald angelegt, Überfahrten zurückgebaut beziehungsweise als Ersatzneubau geschaffen werden.

Die Planungsunterlagen beinhalten unter anderem Lage- und Höhenpläne, Flurstücksverzeichnis, Landschaftsplanung, Hochwasserschutz und Schutzgebiete, Beschreibung des Vorhabens, Untersuchungen zu Bodenein- und abtragungen, Fließgeschwindigkeit und hydrologischen Verhältnissen. Fragen der Eigentümer sind etwa, wie sie an ihre Flächen gelangen und wo Ersatzneubauten von Überfahrten geplant sind.

Einwendungen sind bis 25. März möglich

Die Unterlagen dürften das Herz eines jeden Naturfreundes höher schlagen lassen. Denn sie enthalten eine Auflistung der Vorkommen an Pflanzen und Tieren. So wurden zum Beispiel 70 Vogelarten festgestellt, drei Amphibienarten und acht Fledermausarten. Fische und Großmuschelarten sind registriert, ebenso natürlich auch Biber und Fischotter. Für jede einzelne Maßnahme wurden Auswirkungen untersucht und Prognosen erstellt. Der Istzustand ist bis ins Detail nachzulesen.

Die drei anzuschließenden Havel-Altarme befinden sich in Havelberg im Bereich der ehemaligen Panzerstraße hinter dem Modellsportzentrum, am Trentsee in Richtung Jederitz und an der Mündung des Trübengrabens in die Havel an der Jederitzer Badestelle.

Das Großprojekt ist seit mehreren Jahren in der Vorbereitung. Insgesamt sind 15 Maßnahmekomplexe vorgesehen. Die Hansestadt hatte stets darauf Wert gelegt, dass die Vorhaben mit den Eigentümern und Bewirtschaftern abzustimmen sind. Zudem hat sie darauf gedrungen, dass die Havel auch künftig für Hotelschiffe befahrbar bleibt - das wurde auch erreicht. Auch der renaturierte Fluss wird ein regulierter Fluss bleiben, sagte Dieter Härtwig. Etwa, um Wasser anzustauen, damit die Rastplätze für Zugvögel erhalten bleiben. Aber auch für den Hochwasserschutz.

Zu den aktuellen Unterlagen können Einwendungen bis Dienstag, 25. März, im Rathaus oder beim Landesverwaltungsamt abgegeben werden.