Kamern l Im Grünen Haus, der Umweltbildungsstätte in Kamern, übernachten endlich wieder Gäste. Das Gebäude nah am See hatte wie viele andere im Ort im Wasser gestanden, Wohnung und Arbeitsstätte von Stefanie Wischer mussten seitdem aufwendig entkernt und saniert werden.

Inzwischen ist die Herberge wieder soweit hergerichtet, dass Gäste empfangen werden können. Eine Jugendgruppe hatte am 19. Februar das sanierte Gebäude eingeweiht, kürzlich waren hier über 30 Buddhisten aus ganz Deutschland in mehreren Durchgängen zu Gast. Sie kommen bereits seit neun Jahren nach Kamern, um hier unter Leitung von Lama Drime Öser zu meditieren oder Vorträge zu hören.

Einer von ihnen war zugleich Fluthelfer der ersten Stunde, freute sich Stefanie Wischer über das Wiedersehen: Rainer Gau aus Hannover war zwei Male zum Helfen in Kamern gewesen, er malerte unter anderem die Zimmer.

Etliches Mobiliar wie die Edelstahlschränke aus der Küche konnte aus dem Gebäude gerettet werden, es wurde in der Schule in Sicherheit gebracht. Allerdings mussten die Elektrogeräte in der Küche neu angeschafft werden. Was nicht durchs Wasser in Mitleidenschaft gezogen worden war, schimmelte anschließend.

Der große Raum ist nach der Sanierung durch eine Schiebewand teilbar. Sein Boden ist jetzt "flutfest", es ist Guss-Asphalt - auf ihm kann man auch gut barfuß laufen. Der alte Boden war wegen der alten "Sauerkrautplatten" nicht trocken zu bekommen, ursprünglich sollte er gar nicht raus.

Zehn Mehr- und Zweibettzimmer sind inzwischen bezugsfertig, bis zu 30 Personen können untergebracht werden. Noch nicht ganz fertig waren hingegen die Sanitäreinrichtungen, Matthias Ruß flieste gerade ein Bad.

In der Filzwerkstatt haben bereits zwei Kurse stattgefunden, davon einer mit zwölf Kindern aus der näheren Umgebung zur Aufarbeitung der Flutfolgen. Dabei wurde gefilzt und gespielt und - ganz wichtig - über die Erlebnisse im Vorjahr gesprochen.

Filzwerkstatt ist nun größer

Auch in der Filzwerkstatt besteht der Fußboden nun aus solchem Asphalt, es gibt einen Nass- und einen Trockenbereich. In letzterem stehen die Nähmaschinen. Eine kleine Küche zum Zubereiten von Tee darf nicht fehlen.

Stefanie Wischer hofft, dass es nun mit der Kinder- und Jugendarbeit wieder richtig losgehen kann. Am 8. April trifft sich die Arbeitsgemeinschaft "Junge Naturforscher" wieder, zwei Stunden geht es auf Tour. Die AG, die über den Verein "neugierig" angeboten wird, ist bereits ausgebucht. Allerdings kann das Labor für mikroskopische Untersuchungen derzeit noch nicht genutzt werden. Eine zweite AG wird sich mit Kunst, Textil und Papier befassen.

Ein erster Filzkurs steigt am Freitag ab 17 Uhr in der beim Umbau vergrößerten Werkstatt, frühlingshafte Kissen werden hergestellt. Hübsch anzuschauen sind hier auch die handbemalten Fliesen von Gisa Walther aus Kamern.