Schönhausen (asr) l "Viele Dinge, wie auch unser sportliches Treiben, bekamen eine andere, untergeordnete Bedeutung. Die Katastrophe zeigte neben den vielen Schicksalen aber auch den Zusammenhalt der Menschen - auch die Sportler des SV Preußen 27 haben zueinander gestanden, angepackt und geholfen, wo es nötig war." Mit diesem Rückblick auf das Deichbruch-Jahr begann der Vorsitzende des Schönhauser Sportvereins, Steffen Braunschweig, seinen Rechenschaftsbericht.

384 Mitglieder hat der Verein, 151 weibliche und 233 männliche. 131 Sportliche sind unter 18 Jahre alt. Es gibt acht Sektionen. 19 Übungsleiter, davon neun mit Lizenz, sichern die unzähligen Trainings- und Wettkampfveranstaltungen ab.

Interesse an der Fußballschule

Die Volleyballmeisterschaft für Freizeitteams bildete wieder den Auftakt im Veranstaltungskalender 2013. Die Radtour im Mai fiel dem Regen zum Opfer. Und dann brach der Deich. "Es dauerte lange, bis so etwas wie Normalität bezüglich der Vereinsarbeit zu spüren war. Die Sektionen kamen erst langsam wieder zum Laufen. In dieser Situation zeigte sich aber auch, dass viele nach vorn schauten. So wurde die Fußballferienschule Ende August organisiert - nach langem Überlegen entschied man sich, diese schöne Ferienfreizeit für unsere Kinder und Jugendlichen durchzuführen, um in dieser schweren Zeit für ein bisschen Abwechslung zu sorgen." Der Bismarck-Gedenklauf lockte am 3. Oktober über 300 Läufer nach Schönhausen. Die Sektion Tischtennis veranstaltete im Herbst ein offenes Turnier, bei dem in verschiedenen Wertungsstufen der Titel des Dorfmeisters vergeben wurde. Nach langer Überlegung entschied sich der Verein, im November den Sportlerball durchzuführen, "eine schöne Veranstaltung, hervorragend organisiert und mit einer tollen Tombola aufwartend", resümierte Steffen Braunschweig. Den Abschluss des Jahres bildete wieder das traditionelle Stelldichein der Sektion Fußball. Weil ein Turnier wegen fehlender Halle nicht möglich war, musste eine andere Sportart gewählt werden. Dieses Mal war es Bowling.

Natürlich kämpften die Preußen auch um Tore und Punkte im kreislichen und überregionalen Wettkampfbetrieb.

Handball

Nach dem schnell verarbeiteten Abstieg aus der 1. Nordliga spielt das Handballteam nun in einer der personellen Situation angemessenen Spielklasse. In der 2. Nordliga gehört es ohne Zweifel zu den Spitzenteams. Die Handballer beweisen seit Jahren immer wieder eindrucksvoll, dass eine faire Spielweise eine gute Grundlage für ihren Erfolg darstellt. Gut wäre es, endlich eine Heimspielstätte, sprich wettkampftaugliche Sporthalle, in Schönhausen zu haben. Doch auch die letzte Indoor-Trainingsstätte ist nach der Flut nicht mehr zu nutzen, so dass auf die Halle der Bundeswehr in Havelberg ausgewichen werden muss, die Heimspiele finden in Jerichow statt. "Bei besseren Trainingsbedingungen könnten wir auch in der 1. Liga mitspielen", meinte Sektionsleiter Steffen Ahrndt. Der dritte Tabellenplatz ist das Ziel - mehr nicht, denn das würde den Wiederaufstieg bedeuten, der derzeit nicht möglich ist. Zwei Spiele stehen noch aus. Zum letzten Heimspiel am 29. März ab 16 Uhr in Jerichow sind Zuschauer ganz herzlich willkommen.

Fußball

Die Sektion Fußball - mit 154 Mitgliedern die größte - war in der Tat die Abteilung, welche besonders mit dem Jahr 2013 zu kämpfen hatte. Kam man erst spät durch den langen Winter überhaupt in die Rückserie, so wurde die Saison durch die Hochwasserkatastrophe auch noch frühzeitig beendet. An eine geregelte Vorbereitung im Sommer war nicht zu denken. So startete das Team um Trainer Rico Bachmann zudem mit vielen Verletzten in eine ungewisse Saison 2013/14. Erfreulich aus Sicht der Nachwuchsförderung war das Abschneiden der D-Junioren. Sie schafften recht souverän den Klassenerhalt in der Landesliga Sachsen-Anhalts. Das Gros des Teams bildet momentan das Gerüst der neuen C-Junioren-Mannschaft, welche bislang ungeschlagen im kreislichen Wettbewerb steht.

Im September fand, initiiert von Jürgen Dobberkau, ein Benefizspiel für die Flutopfer statt. Das Resultat des Spiels vor über 300 Zuschauern: 2500 Euro konnten an fünf betroffene Familien des SV Preußen überreicht werden.

Sektionsleiter Rico Kowalkowski dankte auf der Jahresversammlung der Familie Bachmann, die mit Rico und Martin das Training der ersten Männermannschaft und mit Robert und Jonny das des zweiten Teams übernimmt, "sie leisten sehr akribische Trainingsarbeit".

Tischtennis

18 Mitglieder hat die Sektion Tischtennis. "Dank guter Unterstützung durch den Vorstand sind wir auf einem guten Weg", resümiert Jürgen Mund. Fünf Platten und eine neue Ballmaschine bieten beste Trainings- und Wettkampfbedingungen. Dem ersten Team winkt der Aufstieg in die 1. Kreisklasse, zuletzt wurde Havelberg besiegt. Das zweite Team stabilisiert sich im Mittelfeld.

Kraftsport

Mit einer großen Finanzspritze wurde der Kraftsportraum qualitativ und quantitativ verbessert. Unter den 25 Mitglieder sind fast die Hälfte Frauen. Weil es gern mehr werden können, gibt es im September anlässlich des Familiensportfestes einen Tag der offenen Tür, kündigte Torsten Thiemann an.

Frauensport

Zu den großen Sektionen gehört "Gymnastik/Fitness". 71 Frauen sind in zwei Gruppen aufgeteilt, die montags und donnerstags Kondition und Koordination trainieren - auch der Spaß kommt nicht zu kurz, versichert Kerstin Gebhardt.

Volleyball

40 Volleyballer teilen sich auf drei Gruppen auf, die sich montags (Frauen), mittwochs (Jugend) und freitags (gemischt) treffen. Für das Turnier am 30. März haben sich zehn Mannschaften angemeldet, informierte Carmen Bärmann auf der Versammlung.

Judo

21 Judokas gehen ihrem Hobby nach. Annett Zimmerling nutzte die Jahresversammlung, um Melanie Schwaschack zu danken. Die 16-Jährige ist seit elf Jahren Mitglied der Sektion und inzwischen als Co-Trainerin eine große Hilfe für Annett Zimmerling. "Ohne sie wäre das Training gar nicht möglich."

Kinderturnen

Die Nachwuchsarbeit des SV Preußen beginnt bereits im Kindergartenalter. Es gibt zwei Gruppen mit insgesamt 43 Mädchen und Jungen - montags haben die Kindergartenkinder Freude am Sport und donnerstags die Grundschüler.

Vorstand dankt den Sponsoren

Neben den eigenen Veranstaltungen beteiligten sich die Preußen auch an vereinsexternen Aktionen. So machten sie bei "Kinder laufen für Kinder" mit und die Altherrenkicker bereicherten mit ihrem Lumumba-Stand den Nikolausmarkt der Gemeinde.

Mit einem Dank schloss Steffen Braunschweig seinen Bericht: "Ich möchte unseren Partnern, der Gemeinde und den Sponsoren danken, die auch 2013 an unserer Seite standen und dem Verein tatkräftig und finanziell unter die Arme griffen.

Die Hoffnung der Preußen liegt auf dem Neubau einer Halle als Ersatz für die im Flutwasser stehende und nun nicht mehr nutzbare Sekundarschul-Turnhalle. Der anwesende Verbandsbürgermeister Bernd Witt erklärte, dass der Fördermittelantrag auf Wiederaufbauhilfe eingereicht ist und man nun abwarten müsse.

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