Die erhofften Antworten auf viele Fragen zu den mit der Schließung der Schollener Schule verbundenen Problemen bekamen die Eltern der Schollener Schüler auf der Info-Veranstaltung nicht.

Schollene l Weder gibt es konkrete Aussagen zu den Busfahrzeiten noch zum Hort oder den Lehrern. Denn das Land hat auch drei Monate nach dem Einreichen der Schulentwicklungsplanung vom Landkreis Stendal immer noch keine Aussage dazu getroffen. "Wir rechnen dieser Tage damit", erklärte der stellvertretende Landrat Denis Gruber am Donnerstagabend. Er war zusammen mit der Schulausschussvorsitzenden Edith Braun und Bürgermeister Bernd Witt nach Schollene gekommen, um sich den Fragen der Eltern zu stellen.

Der Busfahrplan mit den neuen Linien, die von Schollene nach Klietz beziehungsweise nach Sandau führen, muss erst noch erarbeitet werden. Wenn der Entwurf vorliegt, will Bernd Witt ihn mit der Elternvertretung und den Schulleitern besprechen. Die Schollener, deren Kinder ab Sommer in Klietz lernen sollen, wünschen sich, dass nach Schulschluss, nach Ende der Arbeitsgemeinschaften und auch nach Ende des Hortes ein Bus nach Schollene fährt. Diesen Wunsch will man erfüllen, erklärte Edith Braun.

Wo in den Hort?

Allerdings steht noch nicht fest, wo die Kinder den Hort besuchen - auch nicht, ob es eine Wahl zwischen Klietz und Schollene gibt oder nur eine der beiden Einrichtungen in Frage kommt. Derzeit hat sich die Mehrzahl der Eltern für Schollene entschieden. Während der Zeit des Umbaus der Schule zur Kita wird der Hort im Backsteingebäude untergebracht.

Versichert haben die Gäste aus Stendal, dass die Fahrzeit von 30 Minuten nicht überschritten wird. Und dass die Kinder, die jetzt zusammen in einer Klasse lernen, auch im Schulverbund bleiben. Das heißt, dass die jetzigen Erst- bis Drittklässler weiterhin zusammen in Klietz lernen. Die Kinder aus dem Havelwinkel haben die Möglichkeit, schon jetzt nach Sandau zu wechseln. Hier sollen auf jeden Fall alle künftig Eingeschulten lernen. Auch die Molkenberger. Da im kommenden Schuljahr allerdings nur ein Mädchen aus diesem Dorf eingeschult wird, könnte für sie eine Ausnahmeregelung beantragt werden.

Ein Wechsel der Schollener ins Brandenburgische ist kaum mehr möglich. Wie Denis Gruber nach einer Gesprächsrunde in Großwudicke mitteilte, ist diese Schule in den Klassen 1 bis 4 voll. In Rathenow werden aus Platzgründen ebenfalls keine Kinder aus Sachsen-Anhalt aufgenommen. Zehn Schollener lernen derzeit schon in Wudicke und Rathenow.

Zuversichtlich stimmten die Eltern am Donnerstag die Informationen der Klietzer Schulleiterin Christine Kapl. Sie kündigte den Tag der offenen Tür am Sonnabend, 29. März, von 10 bis 12 Uhr an.

Tag der offenen Tür

Die Schollener Eltern und Kinder können sich die Klassenzimmer ansehen und sich über die Angebote informieren. In der Aula richten die Klietzer ein Eltern-Café ein, in dem bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch gekommen werden soll. Am kommenden Montag fährt die Klietzer Elternvertretung zur Gesprächsrunde nach Schollene. Es sind viele Details zu klären. Als Beispiel nennt Christine Kapl die Vereinheitlichung der unterschiedlichen Schulbücher oder den Einsatz der Klassenlehrer. In der neuen 1. Klasse werden 19 Klietzer und Schollener Abc-Schützen lernen, die 2. Klasse wird voraussichtlich zweizügig und die 3. und 4. Klasse dann wieder gemischt. "Wir nutzen die kommenden Wochen, um uns auf ein harmonisches Zusammenwachsen vorzubereiten. Noch in diesem Jahr könnten wir zusammen das Sportfest veranstalten und auch das Schulfest im Juni."