Auch wenn die Ortschaft Vehlgast-Kümmernitz nicht direkt von der Flutkatastrophe betroffen war, so machte der Hochwassereinsatz dennoch den Hauptteil der Arbeit der örtlichen Feuerwehr im Jahr 2013 aus.

Vehlgast-Kümmernitz l "Für ihren unermüdlichen Einsatz und die unzähligen geleisteten Stunden gilt allen Kameradinnen und Kameraden und auch allen freiwilligen Helfern an dieser Stelle noch einmal Dank", betonte der stellvertretende Wehrleiter Torsten Mintus am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung der Wehr im Bericht der Leitung. "Wir haben auch Unterstützung von den Wehren aus Dittmarschen und Eddelak erhalten. Auch ihnen möchten wir hiermit noch einmal unseren Dank aussprechen, auch wenn unserer Einladung für heute leider keine Vertreter aus diesen Wehren folgen konnten."

Beim Hochwassereinsatz ab 6. Juni 2013 waren neben der Deichverteidigung unter anderem 120000 Säcke mit Sand gefüllt und mit diesen ein rund ein Kilometer langer Schutzwall um Damerow gebaut worden.

Zwei Hunde gerettet

Feuer löschen mussten die Vehlgast-Kümmernitzer dagegen nur solche, die sie auch selbst entfacht hatten. So zu Ostern, zum 1. Mai oder zum Tag der Einheit. Diese Traditionsfeuer stehen auch in diesem Jahr wieder auf dem Veranstaltungsplan. "Denn sie sind immer gut besucht", resümierte der Berichterstatter.

Für zwei Hilfeleistungseinsätze löste die Stendaler Leitstelle im vergangenen Jahr Alarm für die Feuerwehr Vehlgast-Kümmernitz aus. In Waldfrieden galt es eine umgestürzte Eiche von der Straße zu räumen, und nach Klein Damerow rückten 15 Kameraden zu einer Tierrettung aus. Zwei Hunde waren einem Dachs in dessen Bau gefolgt, wo sie das Tier zwar töteten, selbstständig dann aber nicht mehr in der Lage waren, den Dachsbau auch wieder zu verlassen.

Außerdem erfolgte eine Fehlalarmierung zu einer angeblichen Rauchentwicklung in Schönermark.

28 aktive Kameraden

Wie fast überall, so gestaltet sich auch in Vehlgast-Kümmernitz die Arbeit der Ortswehr nicht ganz problemlos. So stehen für die 28 Kameradinnen und Kameraden im aktiven Dienst derzeit lediglich sechs digitale Funkmeldeempfänger für die Alarmierung zur Verfügung. Das sei ein sehr unbefriedigender Zustand. "Hier bitten wir zum wiederholten Male darum, dass uns noch mindestens sieben dieser neuen Rufempfänger bereitgestellt werden", wandte sich Torsten Mintus an die anwesenden Vertreter des Havelberger Ordnungsamtes. Seit die analogen Empfänger abgeschaltet wurden, hätten Kameraden aus Damerow eine Alarmierung schon zweimal nicht mitbekommen, weil sie den Sirenenalarm im einige Kilometer entfernten Vehlgast nicht hörten.

Silke Lisges, die zuständige Mitarbeiterin im Havelberger Ordnungsamt, antwortete darauf, dass die gewünschten Funkmeldeempfänger angeschafft seien, in Havelberg aber noch programmiert werden müssten. Danach würden sie der Wehr Vehlgast-Kümmernitz dann umgehend zur Verfügung gestellt.

Neun sind zu wenig

Was den Digitalfunk selbst betrifft - alle Fahrzeuge der Wehr sind auf ihn umgestellt -, meldete Torsten Mintus Schulungsbedarf für die meisten Kameradinnen und Kameraden aus Vehlgast-Kümmernitz an. "Da werden wir gemeinsam einen Termin finden", bot Andreas Brütt, stellvertretender Wehrleiter in Havelberg, gleich die Unterstützung der Stadtwehr an.

Auch wenn 2013 durch die Flutkatastrophe völlig anders verlaufen ist als geplant, sparte Torsten Mintus nicht mit Kritik an der Ausbildungs-Beteiligung der Feuerwehrleute. "An der 14-tägigen Ausbildung nahmen im Schnitt neun Kameradinnen und Kameraden teil. Das sind sechs weniger als im Vorjahr, was überhaupt nicht akzeptabel ist. In diesem Zustand kann keine vernünftige Ausbildung gemacht werden", sagte er. Auch der Versorgungstrupp nehme nicht mehr an den Ausbildungsabenden teil.

Als dringlichste Aufgaben sieht der stellvertretende Wehrleiter "noch vor der Sommerpause" die Absolvierung der Übungsstrecke für die Atemschutzgeräteträger in Arneburg und die Weiterbildung. Für den 11. Juni plant er zum Beispiel eine Erste-Hilfe-Auffrischung. Und auch für die Teilnahme an Lehrgängen sei es für die Vehlgast-Kümmernitzer wieder an der Zeit. Denn im Vorjahr wurde von keinem Kameraden ein Weiterbildungslehrgang besucht.

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