Weil es bei der Einwohnerversammlung viele Fragen zur Pflege der Grünanlagen in Warnau gegeben hatte, lud der Ortschaftsrat einen kompetenten Gesprächspartner ein: Volker Kanzler vom Havelberger Bauhof.

Warnau l "Wir wollen wissen, was möglich ist und was nicht", begründete Ortsbürgermeisterin Sonja Isecke die Einladung zur jüngsten Ratssitzung. Unter anderem hatte es Fragen zu den Grünflächen an der Kirche, am Sportplatz und an der Tagesstätte gegeben.

Im Vorjahr sei es mit der regelmäßigen Pflege der Anlagen in Warnau wegen der großen Straßenbaustelle und der Flutkatastrophe schwierig gewesen, erklärte Volker Kanzler. In diesem Jahr wolle der Bauhof wieder einen ordentlichen Zyklus finden. Danach werde im Frühjahr zweimal gemäht, im Sommer weniger, bei Bedarf auch vor Dorffesten - in Warnau findet dieses am 21. Juni statt.

Bürgerarbeiter dürfen zur Pflege der Anlagen nicht hinzugezogen werden, erklärte der Havelberger weiter. Verboten sei es den Kommunen inzwischen auch, den Grünschnitt irgendwo selbst zu deponieren - weshalb der Lagerplatz in Warnau verschlossen wurde. Rasen werde vom Bauhof nur noch mit dem Mulchmäher geschnitten - das Schnittgut wird dabei kleingehäckselt und kann liegen bleiben. Wenn gemulcht wird, muss trockene Witterung herrschen.

Auf den Hinweis von Sonja Isecke, dass im Land Brandenburg große Säcke zur Laubent-sorgung an den Bäumen hängen, entgegnete Volker Kanzler, dass die Entsorgung eines Containers Laub die Stadtverwaltung zwischen 600 und 800 Euro koste. In Havelberg werde dies darum nur für jene städtischen Flächen praktiziert, die Anwohner freiwillig pflegen.

Komposthaufen wieder reaktivieren

"Jeder Warnauer sollte also seinen Komposthaufen wieder reaktivieren", schlussfolgerte Sonja Isecke. Ein Problem sah sie noch mit den Regenwasser-einläufen in der neuen Straße, diese könnten sich zusetzen. Doch seien für die Reinigung der Gosse die Anwohner zuständig, erklärte Volker Kanzler (siehe Satzungs-Auszüge im Infokasten).

Der Bewuchs an der Hornbrücke enge die Straße dort immer mehr ein, informierte Arno Isecke, wer sei dafür zuständig? Für Bewuchs an landwirtschaftlichen Wegen ist der Nutzer - also der jeweilige Landwirt - zuständig.

Auch die am Weg zum Schöpfwerk neu angepflanzten Lindenbäumchen gehen schon wieder ein - diese waren bereits als Ersatz für ebenfalls eingegangene junge Eichen gepflanzt worden, berichtete Arno Isecke weiter. Für diese Flächen sei der Landesbetrieb für Hochwasserschutz zuständig, hieß es.

Für die 150 Quadratkilometer große Einheitsgemeinde seien lediglich drei angestellte Gärtner zuständig, warb Volker Kanzler bei den Warnauern um Verständnis. Zum Aufgabenbereich der Gärtner gehören auch Baum- und Strauchpflegearbeiten. Die Stadt ist deshalb froh über jeden Pflegevertrag mit ortsansässigen Bürgern oder Vereinen - in Jederitz klappt dies schon recht gut.

Die Warnauer wollen zur Verschönerung des Dorfbildes eine Streuobstwiese anlegen, die 25 Bäumchen dienen wegen des Baus von Havelradweg und Ortsdurchfahrt als Ersatz für den Naturschutz. Gepflanzt werden sollen sie dort, wo sich während der Flut der Sandplatz befunden hatte.

Sonja Isecke regte mit Blick auf die Buga im kommenden Jahr zudem an, dass Warnau bei den vielen Gästen einen guten Eindruck hinterlassen solle. Dazu könnte die neue Ortsdurchfahrt, die jetzt noch recht steril wirkt, mit Blumen oder Sitzbänken aufgewertet werden. Allerdings müssten die Blumenzwiebeln schon jetzt in die Erde kommen.