Viele "Baustellen" listete Kreisjägermeister Günter Scheffler auf der Sitzung der Havelberger Jägerschaft auf. Eine weitere kam neu hinzu - die Vorstandswahl muss am 16. April wiederholt werden.

Klietz l "Ich hätte mich auch gern als Vorsitzender zur Wahl gestellt", erklärte Waidmann Jens Donau aus Nitzow beim Wahlprozedere. Doch waren dieser Posten und der des Schatzmeisters mit Günter Scheffler und Michael Pesenecker bereits besetzt. Es gab nicht nur hierzu etliche Einwände, so dass man entschied, die Wahl am 16. April um 19 Uhr an selber Stelle zu wiederholen.

Den Jägern weht auch von anderer Seite ein rauher Wind ins Gesicht. So verabschiedete der Naturschutzbund Nabu im Dezember 2013 ein Positionspapier zur Jagd, in dem vorgeschlagen wird, zwischen Januar und August Jagdruhe beim Schalenwild zu halten. - Also in der Zeit der größten Wildschäden im Mais. "Stellen Sie doch mal den Landwirten die Frage, was sie davon halten", empörte sich Günter Scheffler.

Das Thema Wolf gewinnt nun auch auf europäischer Ebene an Fahrt, klare Zielgrößen sollen erarbeitet werden. Auch die Jäger wurden ins Wolfsmonitoring eingebunden, in der Jägerschaft wird der Klietzer Manfred Joachim dafür zuständig sein.

Nachdem es beim Entwurf zur Ausweisung des Großschutzgebietes "Elbaue Jerichow" erhebliche Widerstände gegeben hatte, wird dieser nun von einer Arbeitsgruppe überarbeitet. Die neue landeseinheitliche Verordnung soll dann für alle Schutzgebiete gelten, auch die Jagd soll in den Gebieten wohl wieder erlaubt sein.

Dicke Bretter hobeln müssen die Jäger auch bei der Sozialversicherung, diese hatte die Beiträge für die Waidmänner enorm angehoben. Mehr als 20000 Widersprüche waren daraufhin eingegangen, die Pächtergemeinschaft Klietz-Scharlibbe steht für ein Musterklageverfahren bereit.

Förderung für Hunde

Probleme gibt es seit September auch mit der Trichinenuntersuchung der Wildschweine. Diese erfolgt seitdem im Landkreis nur noch in einem Labor in Seehausen. "Das ist für mich völlig unverständlich", schimpfte Günter Scheffler.

Einen anderen Standpunkt vertrat der Stendaler Amtstierarzt Dr. Thoralf Schaffer: Er hatte vor zwei Jahren die Tierärzte gefragt, ob sie diese Untersuchung durchführen würden - was aber bis zu 18000 Euro an Investitionen nötig machen würde. Bis auf den Seehauser waren alle abgesprungen. Das gute daran: Weil es nur noch einer ist, können auch die Preise relativ niedrig bleiben - es sind je Probe nur zwei Euro mehr als vorher. Sein Vortrag befasste sich mit der sich ausbreitenden Schweinepest - dazu demnächst mehr.

Gute Nachrichten für alle Jagdhundehalter: Der Landesverband bezuschusst weiterhin Prüfungen mit 25 Euro. Gefördert werden auch dieses Jahr wieder GPS-Ortungsgeräte und Hundeschutzwesten.

Zu den erlegten Wildarten konnte Günter Scheffler noch keine Angaben machen, das Jagdjahr ging erst gestern zu Ende. Er hatte aber erfahren, dass beim Rotwild wegen der erhöhten Bestände die Abschusspläne übererfüllt wurden. Steigende Zahlen gab es auch wieder beim Raubwild - wie schon seit Jahren.