Klietz l Ein reger Besucherverkehr herrschte am Sonnabend - einem eigentlich schulfreiem Tag - in der Grundschule Klietz. Die Einrichtung hatte die Schollener Grundschüler und deren Eltern zum Tag der offenen Tür eingeladen. "Eine Art vertrauensbildende Maßnahme" erklärte Edith Braun, die Vorsitzende des Kreisschulausschusses. In der Schollener Schule hatte sie versprochen, in Klietz wieder mit vor Ort zu sein - und auch den Tag der offenen Tür dort mit angeregt.

Viele Eltern nutzten mit ihren Sprösslingen das Angebot, sich in den Klassenräumen und der Aula der Klietzer Schule umzuschauen und deren Angebote kennenzulernen. Beispielsweise die Arbeitsgemeinschaften: die tischlernden "Holzwürmer", den Chor, die Plattdeutschgruppe, die Junior-Ranger, die Leichtathleten oder die Handarbeits-AG.

Abfahrt frühestens 6.30 Uhr

Edith Braun präsentierte den Schollenern in Klietz sogar schon einige Lösungen, die den Schulwechsel für die Kinder angenehmer machen. So wird sie darauf drängen, dass die Busse frühestens 6.30 Uhr abfahren. Auch werden neue Linien eingesetzt, dass die Kinder nicht im Kreis fahren müssen.

Normal ist eigentlich nur eine Rückfahrt, damit die Schollener aber an den Arbeitsgemeinschaften teilnehmen können, soll es auch eine zweite Rückfahrgelegenheit geben. Zwecks Teilnahme an den Freizeitangeboten wurden Zettel verteilt, wo jeder schon mal seine Wünsche eintragen konnte.

"Man muss nur miteinander reden", freute sich Edith Braun über die rege Resonanz. Auch fand sie es eine tolle Geste von den Klietzer Eltern, dass sie die Gäste mit Selbstgebackenem bewirteten. Schulleiterin Christine Kapl dankte "ihren" Eltern ebenfalls für deren Engagement, allein hätten die vier Lehrer den Tag der offenen Tür nicht stemmen können.

Die Schollener Klassen 2 bis 4 werden auch in Klietz zusammenbleiben. Die Eltern der Einschüler können entscheiden, ob sie nach Klietz oder Sandau gehen wollen. Derzeit läuft die Umfrage, ab Mai wird der Bedarf angemeldet.

Die Aktion in Klietz diente zugleich der Meinungsbildung zum Hort. Es werde keine Verschlechterung für die Schollener eintreten, im Gegenteil - Klietz sei sogar besser ausgestattet, erklärte Edith Braun.

Ein noch ungeklärtes Problem ist allerdings die Schulspeisung. In Schollene nehmen derzeit von 55 Kindern immerhin 53 an der Schulversorgung teil - der Spitzenwert im Landkreis. In Klietz hingegen geht nur ein Bruchteil essen. Nur am Geld wird es wohl nicht liegen, hier wird noch nach einer Lösung gesucht.

Keine Vorbehalte gegen Klietz

Die Schollener Kinder freundeten sich bald schneller mit der neuen Situation an als ihre Eltern, hatte mancher der Gastgeber beobachtet. Auf dem Schulhof ist weit mehr Platz, auch gibt es viel mehr Spielgeräte. Edith Braun ist bis heute unverständlich, warum sich der Schulträger für Sandau und gegen Schollene entschieden hatte, die Sandauer müssen nur vier Kilometer bis nach Havelberg fahren. Statt dessen wurde die Schule der Elbestadt teuer saniert, in Schollene hingegen gespart.

Der Unmut der Schollener Eltern hatte sich denn gar nicht so sehr gegen Klietz, sondern vielmehr gegen die Entscheidungsträger - einschließlich der Verwaltung in Schönhausen - gerichtet. Auch das stellten die Gäste in Klietz klar.