Gut sichtbar ist der Fortschritt der Bauarbeiten für den Anbau am Havelberger Krankenhaus. Doch gibt es weitere Veränderungen. Die Strukturen werden den Anforderungen an ein modernes Klinikum angepasst.

Havelberg l "Wir sind gerade dabei, unsere Strukturen anzupassen, um den Anforderungen und Erwartungen an ein modernes Krankenhaus der Akutversorgung gerecht werden zu können", berichtet Verwaltungsdirektorin Diana Möller im Gespräch mit der Volksstimme. Dass die Belegungssituation nicht die beste ist, ist kein Geheimnis. Doch ist diese nicht der einzige Grund für Veränderungen im KMG Klinikum Havelberg.

Dabei spielen auch Erwartungen eine Rolle, die niedergelassene Ärzte und Patienten haben. Klinikleitung und Vorstand haben geschaut, wie den Ansprüchen Rechnung getragen werden kann. Dies betrifft zum Beispiel die Rettungsstelle, die künftig rund um die Uhr besetzt sein soll. Die Intensivstation, die in den neuen Anbau ziehen wird, soll den Patienten vorbehalten sein, die die Intensivbetreuung benötigen. Bisher wurden dort auch Patienten betreut, die aus dem OP kamen. "Das ist nicht mehr zeitgemäß. Für frisch Operierte wird es einen Aufwachbereich geben. Von dort geht der Patient direkt zurück auf seine Station, auf sein Zimmer", erklärt Diana Möller.

Für die Rundumversorgung werden Rettungsstelle, ITS und "Intermediate Care" (kurz IMC für überwachungspflichtige Patienten) zu einem Bereich zusammengefasst. "Für diese Abteilung werden wir für 24 Stunden am Tag Personal vorhalten und stehen in der Akutversorgung als Ansprechpartner zur Verfügung."

Die Umstrukturierungen haben Veränderungen in der Personalbesetzung zur Folge. In dieser Woche gab es eine Mitarbeiterversammlung und Gespräche mit betroffenen Kollegen. "Wir sind in der komfortablen Lage, dass niemand vor die Tür gesetzt werden muss. Jeder Mitarbeiter hat innerhalb der KMG einen Arbeitsplatz angeboten bekommen."

Vernetzung mit dem ambulanten Bereich

Bis auf die Ärzte betreffen die Änderungen alle Bereiche, also Verwaltung, Funktions- und Pflegebereich. Stunden- oder Gehaltskürzungen werden nicht vorgenommen. Es wird weiterhin nach Tarif für Akutkrankenhäuser bezahlt, erklärt Diana Möller. Rund 90 Mitarbeiter sind weiter am Havelberger Klinikum tätig. Bisher waren es um die 100. "Es ist nicht einfach, viele Mitarbeiter sind über Jahrzehnte hier, das ist wie eine Familie. Trotz allem bringen sie sich ein, tragen Veränderungen mit und wollen zeigen, was hier angeboten wird, sie sind stolz auf ihr Krankenhaus. Das zeigt sich auch in Vorbereitung unseres Tages der offenen Tür am 17. Mai", sagt Diana Möller und spricht den Mitarbeitern großes Lob aus. "Die, die jetzt gehen müssen, haben das Versprechen, sofern es für sie hier Arbeitsplätze gibt, wieder zurückkehren zu können."

Wichtig ist der Verwaltungsdirektorin des Kyritzer und des Havelberger Klinikums: "Wir reduzieren nichts, sondern bauen unser Leistungsspektrum weiter aus. Wir sind froh, dass wir die Angebote über die Jahre halten konnten." Über längere Zeit unbesetzte Arztstellen und der Wechsel von Chefärzten haben zu Problemen geführt. Das Vertrauen bei Patienten und niedergelassenen Ärzten müsse gefestigt werden. "Viele Patienten machen Leistungen an Personen fest, dass sich unsere Leistungen nicht verändert haben, wird oft nicht wahrgenommen." Sinkende Belegungszahlen hängen zudem mit einer geringeren Verweildauer der Patienten aufgrund moderner Behandlungsmethoden zusammen, erklärt sie. Sehr gut entwickelt hat sich die Zusammenarbeit mit dem Kyritzer Klinikum. Die weitere Vernetzung des stationären und ambulanten Bereiches ist das Ziel.

Mit dem Medizinischen Versorgungszentrum MVZ, zu dem nach Allgemeinmedizin und Chirurgie in dieser Woche die orthopädische Sprechstunde von Dr. Thomas Vitense hinzugekommen ist, befindet sich das Krankenhaus auf einem guten Weg - dafür wurde es vom Sozialministerium positiv hervorgehoben. Künftig soll die Schmerztherapie angeboten werden. Für die Weiterbehandlung von Patienten befindet sich derzeit eine ambulante Physiotherapie im Aufbau. Es wird ein Turnraum eingerichtet. Seit Januar gibt es für stationäre Patienten eine psychologische Betreuung.

Mit der Umorganisierung und Prozessoptimierung sieht Diana Möller das Havelberger Klinikum auf den richtigen Kurs gebracht.