Ein Problem brennt dem Heimatverein Schollene derzeit unter den Nägeln: Wann wird das Museum endlich wieder ans Wassernetz angeschlossen? Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Schollene l "Unser Heimatmuseum befindet sich in einem fürchterlichen Zustand, denn es stinkt", schimpfte Vorstandsmitglied Erika Gorges auf der Jahresversammlung. Draußen sei ringsum alles in Ordnung, nur reinlassen könne man keinen. Denn es gibt im Gebäude weder Wasser für die Toilette noch zum Kaffeekochen, auch das Gießwasser für die Pflanzen ringsum muss von zu Hause herangeholt werden. Dieser unhaltbare Zustand bestehe bereits seit August - und im nächsten Jahr ist die Buga.

Das Problem sei, dass die alte Wasserleitung ein Leck habe, was aber noch nicht gefunden wurde, erklärte Bürgermeister Armin Wernicke. Allerdings könne diese Leitung auch nicht wieder einfach angeschlossen werden, denn sie war mit den Jahren immer mehr verlängert worden. Die Schönhauser Verwaltung verlangt aber für jedes Gebäude eine separate Abrechnung, weshalb ein neuer Hausanschluss verlegt werden müsse. Das kostet einige tausend Euro - und diese Summe muss erst in den kommunalen Haushalt eingestellt werden. Derzeit wisse er aber noch nicht, wie viel Geld der Gemeinde in diesem Jahr zur Verfügung stehen wird, schloss Armin Wernicke. Im Vorjahr konnte man noch nichts an der Leitung machen, nach der Flut hatte die Verwaltung andere Aufgaben zu erledigen.

Auch Eigenleistungen zur Kostenreduzierung, wie von den Heimatfreunden angeboten, seien nicht möglich. Denn der zuständige Havelberger Wasserverband TAHV vergibt diese Leistungen an Fachfirmen, die Gemeinde habe damit gar nichts zu tun.

Zu Beginn der Sitzung in der Schulküche ließ Vorsitzender Fred Bebenroth das abgelaufene Jahr Revue passieren. Erste Aktion war der Frühjahrsputz im April 2013 in und an der Windmühle gewesen, sie wurde auch fürs Mühlenfest zu Pfingsten hergerichtet. Dabei wurde vorgeführt, wie früher per Pferd und Göpelantrieb das Getreide gedroschen wurde. Die "Showlener" umrahmen wieder musikalisch, viele Helfer spendeten Kuchen.

Pelose-Tag 2013 fiel der Flut zum Opfer

Kulturell umrahmt war auch der Seniorennachmittag im Museum, der im Juni stattgefunden hatte. Im Juli war eigentlich ein Pelose-Tag geplant gewesen, doch das Ereignis fiel ebenfalls der Flut zum Opfer - wie so viele andere.

Weiter ging der Veranstaltungsreigen dann erst im September mit dem Tag des offenen Denkmals - Mühle und Museum standen offen.

Eine Tagesfahrt hatte im September auf dem Plan gestanden, sie führte nach Rheinsberg. Erst wurden der Ort und seine Keramikmanufaktur besichtigt, dann folgten eine Seerundfahrt sowie eine Besichtigung des Schlosses. Auf der Rückfahrt gab es noch einen Abstecher zum Holländerviertel nach Potsdam.

Danach begannen dann auch schon die Vorbereitungen der größten Aktion des Vereins, des Weihnachtsmarktes im und am Schloss. Ein großes Dankeschön ging an die vielen Helfer, Sponsoren und an den Wohnpark als Gastgeber sowie an die Hauptorganisatoren Erika Gorges und Jürgen Repp.

Viele Gäste besichtigten im Vorjahr Mühle und Museum - oftmals auch außerhalb der Öffnungszeiten. Das war nur möglich, weil immer ein Ansprechpartner zur Stelle war. Und auch an der Aktion gegen die Schulschließung war der Verein beteiligt und hatte viele Briefe abgeschickt.

Der im Vorjahr ausgefallene Pelose-Tag soll im Juli mit einem Tag der offenen Tür nachgeholt werden. Dabei soll vom einheimischen Physiotherapeuten auch gezeigt werden, wie der Heilschlamm aus dem See bei den Patienten angewandt wird. Im September soll es vorm Museum eine Motorradschau geben und auch der Weihnachtsmarkt wird wieder stattfinden.

Die nächste Aktion ist jedoch der Frühjahrsputz an der Mühle, es folgt der Mühlentag. Im Herbst ist dann das Museum an der Reihe, zum Tag des offenen Denkmals.

Für die Ausstellung dort hofft der Verein mit seinen 43 Mitgliedern auf die Hilfe der Schollener, jede Idee ist willkommen. Vielleicht gibt es auch Bürger, die noch eine Regentonne übrig haben - dann wäre wenigstens schon mal Wasser für die Blumen und die Toilette vor Ort...

Geöffnet ist das Heimatmuseum Schollene zwischen April und Oktober jeden Sonntag von 13.30 bis 15.30 Uhr, die Mühle ist jeden ersten Sonntag im Monat von 13 bis 15 Uhr offen.

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