Über die Pläne des Umweltministeriums und der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe für das Infozentrum "Natura 2000" hat sich der Kreisumweltausschuss in Havelberg informiert. Bis zur Buga in einem Jahr soll es fertig sein.

Havelberg l Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Verantwortlichen gesetzt haben: In ziemlich genau einem Jahr soll das Infozentrum direkt an der Havel Besucher empfangen können und jede Menge Wissenswertes rund um das Biosphärenreservat "Mittelelbe", zur Havelrenaturierung und generell zu Natur und Umwelt vermitteln. Armin Wernicke von der Außenstelle der Reservatsverwaltung in Ferchels berichtete den Mitgliedern des kreislichen Ausschusses für Ordnung, Umwelt und Landschaftsschutz am Dienstag über den Stand der Vorbereitungen.

In der Elbstraße in Havelberg, linkerhand der Sandauer Brücke, soll das Infozentrum "Natura 2000" errichtet werden. "Treibholz" gibt die Form vor. Das Holzgebäude ist eingeschossig und wird zum Havelufer hin - wo derzeit im Zuge der Havelrenaturierung ein Altarm angeschlossen und in Erinnerung an die frühere Petroleuminsel ein kleines Eiland entsteht - zweigeschossig. Es wird eine Ausstellung installiert, für die derzeit das Ideenkonzept erarbeitet wird. Moderne Ausstellungselemente mit multimedialer Technik sollen Jung und Alt dort nutzen können, um sich zum Beispiel über Lebensräume von Pflanzen und Tieren, Auenwäldern, Mensch und Natur, Zugvögel und wandernde Tierarten zu informieren. Verschiedene Modelle sind geplant, die immer auch zum Ausprobieren einladen. So etwa ein begehbares Flussmodell, durch das man virtuell laufen kann. Auch an ein digitales Aquarium ist gedacht. Gezeigt werden soll, was eine Flussbegradigung oder das Ausräumen von Auen für Auswirkungen hat. Das Poldersystem, das in Havelberg beim Hochwasserschutz eine große Bedeutung hat, könnte ebenfalls dargestellt werden. Bei einer Flussreise auf Elbe und Havel gibt es Informationen zu Orten, Sehenswürdigkeiten und Naturräumen. Auch an den Fluss als Lebens- und Wirtschaftsraum in den vergangenen Jahrhunderten ist gedacht.

Für den Bau des Infozentrums läuft derzeit das Vergabeverfahren, berichtete Armin Wernicke. Die Fördergelder von der EU in Höhe von 75 Prozent sind bewilligt. Die Gesamtkosten liegen bei knapp fünf Millionen Euro. Im Mai soll mit der Gründung des Hauses begonnen werden. Im Außenbereich - der nach Möglichkeit frei begehbar und nicht eingezäunt werden soll - wird es neben der Darstellung von Hart- und Weichholzauen auch Informationselemente geben. Über einen Steg über den Havel-Altarm können die Besucher zudem auf die Petroleuminsel gelangen. Das Infozentrum ist ein Zusatzangebot, das die Biosphärenreservatsverwaltung zusätzlich anlässlich der Bundesgartenschau anbietet. Der Eintritt soll frei sein. Daneben entsteht der große Parkplatz für die Buga-Besucher. Das Zentrum ist nachhaltig angelegt und auf normale Besucherzahlen von rund 60 (eine Busladung) ausgerichtet.