Sie hat immer gute Ideen für das Zusammenwirken in der Selbsthilfegruppe, nimmt sich Zeit für die Mitglieder und zeigt viel Herz: Dafür schlug die Rheumaliga Havelberg ihre kommissarische Vorsitzende Ingrid Protz für den "Blumenstrauß des Monats" vor.

Havelberg l "Sie wollen heute nicht zu uns, stimmt`s", begrüßte Ingrid Protz am Mittwoch die Volksstimme-Redakteurin kurz vor Beginn des Funktionstrainings der Gruppe 1 der Rheumaliga. Doch diese war richtig. Ursula Meyer hatte den Besuch bestellt. Der Grund: Die Gruppe wollte ihrer kommissarischen Vorsitzenden mit dem "Blumenstrauß des Monats" Dankeschön sagen. Ursula Meyer würdigte die Geehrte für ihren großen Einsatz von Anfang an. "Du bist immer für deine Mitmenschen da, zeigst viel Herz und sorgst für unseren Zusammenhalt." Die sichtlich überraschte Ingrid Protz freute sich über diese Anerkennung und sagte: "Allein klappt`s nicht. Das alles geht nur, wenn alle mitziehen. Hier vergessen wir unsere Schmerzen, sind abgelenkt."

Bevor das Funktionstraining startete, tanzten die Frauen zur Erwärmung drei Tänze. Am 10. Mai fahren sie wieder zum Tanzworkshop der Rheumaliga, der dieses Mal in Zerbst stattfindet. Aus einer Laune heraus hatte sich Ingrid Protz einst mit Uschi Schüler zu einem einwöchigen Seminar des Landesverbandes der Rheumaliga angemeldet, um die "Bewegung nach Musik" anleiten zu können. Seitdem wird gern getanzt und 2010 waren die Havelberger Gastgeber für den Tanzworkshop.

Als 2004 unter Vorsitz von Bärbel Sauer die Havelberger Selbsthilfegruppe gegründet wurde, gehörte Ingrid Protz zu den acht Gründungsmitgliedern. Heute sind es 60 Mitglieder in zwei Gruppen. 2012 nahm sie die Leitung der Gruppe 1, der 34 Mitglieder angehören, kommissarisch in ihre Hände, weil Bärbel Sauer aus gesundheitlichen Gründen diese Funktion nicht mehr wahrnehmen konnte. Ob sie sich bei den Neuwahlen im September für die Wahl als Vorsitzende stellt, weiß die 72-Jährige noch nicht. "Ich hadere noch mit mir. Wenn sich jemand um die Finanzen kümmert, kann ich es mir aber vorstellen." Sehr am Herzen liegt ihr das gute Verhältnis zur zweiten Gruppe, die von Brigitte Nehring geleitet wird. Leitungssitzungen finden gemeinsam statt.

Jeden Mittwoch Funktionstraining und die regelmäßigen Treffen etwa zu Kreativnachmittagen sorgen für einen guten Zusammenhalt in der Gruppe 1. Und dann sind da die Fahrten. Im Mai soll es zum Medizinischen Sonntag zum Thema Rheuma in die Uni-Klinik Magdeburg gehen. Dann soll die Landeshauptstadt gleich erkundet werden. "Manche kommen allein nicht mehr nach Magdeburg, waren schon lange nicht mehr da." Für den Herbst ist eine Fahrt in den Harz geplant. "Unser Plan ist immer gut gefüllt", sagt Ingrid Protz und berichtet, dass ihr Organisationstalent in Wöplitz, wo sie mit ihrem Mann zu Hause ist, auch gefragt ist. Etwa bei den Vorbereitungen der Osterfeierlichkeiten. Gern kommen dann auch die beiden Töchter mit ihren Familien, zu denen fünf Enkel und zwei Urenkel gehören. Als Russisch- und Sozialkundelehrerin - für das letztere Fach studierte sie als 54-Jährige noch mal - war sie bis zum Ruhestand 2002 an der Weinbergschule tätig. Bis zur Schließung 1997 leitete sie die Wolf-Schule. Neben der Rheumaliga sind ihr ihre große Familie und der Freundeskreis wichtig. Sie handarbeitet gern und ist sehr kulturinteressiert.

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