Wie Familien aus einem Schnäppchenhaus ihr Traumhaus machen, zeigt der Fernsehsender RTL in einer Doku-Reihe, die gegenwärtig täglich vormittags um 11 Uhr ausgestrahlt wird. Familie Heinze aus Schönhausen hat so ein Schnäppchenhaus, in dem ein Kamerateam gestern wieder Aufnahmen machte.

Schönhausen. "Ausmachen können wir das Feuer nun nicht mehr!" zuckt Mario Pultermann die Schultern. Zu gern hätte Redakteurin Nicole Janke in Bild und Ton festgehalten, wie das Feuer im Ofen angezündet wird. "Warten wir, bis das Holz runtergebrannt ist und machen es dann noch einmal." Handgriffe doppelt und dreifach zu tätigen, wenn die Kamera läuft, sind Heinzes und ihre Helfer inzwischen gewohnt. Gestern war das Team von Imago-TV aus Berlin, das Beiträge für "Die Schnäppchenhäuser" produziert, wieder in Schönhausen. Deutlich zu sehen sind die Fortschritte seit den ersten Aufnahmen im Oktober. Genau das will der Sender auch zeigen: Familien, die in Eigenleistung aus einem meist alten Haus ihr neues Heim schaffen. Noch ein letztes Mal werden Nicole Jahnke, Kameramann Eyke Boklade und Tontechnikerin Palja Schrader Ende Januar nach Schönhausen kommen, um abschließend zu drehen, wie es kurz vor dem Einzug von Heinzes in ihre eigenen vier Wände aussieht.

Gekauft hatten Susanne und Jens Heinze das Doppelhaus in der Heinestraße, aus dem sie nun eins machen, im Herbst 2009. Als alle Formalitäten geklärt waren, legten sie im Frühling los. Und sie hatten viel zu tun. "Wir mussten quasi alles neu machen – Dach, Fenster, Fassade und auch Innen sind nur ein paar Wände stehengeblieben", erzählt Susanne Heinze, die gelernte Krankenschwester ist. "Es gab Tage, an denen wir am liebsten alles hingeschmissen hätten, weil es einfach nicht voran ging." Zu dieser Zeit fiel ihrer Mutter Birgitte Pick auch eine Anzeige des Fersehsenders in die Hände, der Teilnehmer suchte. "Ich kannte die Serie und hab einfach mal angerufen. Nach einem Casting kam dann die Zusage." Anders als bei ähnlichen Sendungen finanziert das Fernsehen die Bauarbeiten nicht, sondern dokumentiert nur den Fortschritt.

Inzwischen können sich Heinzes schon gut vorstellen, wie es auf den 150 Quadratmetern aussehen wird, "wir machen uns langsam Gedanken, wie wir die Möbel stellen". Vor einem Jahr hatten sie ihre Wohnung gekündigt und sind in Susannes Elternhaus zu Picks in der Schulstraße gezogen. Jens Heinze, gelernter Zimmerer und jetzt als Trockenbauer auf Montage in ganz Deutschland unterwegs, kann nur am Wochenende auf der Baustelle sein.

Aber die beiden sind nicht allein auf der Baustelle. Susannes Vater Karl-Heinz Pick, Schwager Mario Pultermann, Kumpels von der Feuerwehr, in der beide aktive Mitglieder sind, sowie die Freunde Sven Dieckmann, Reno Tessmer und Andreas Haak helfen, wann immer es die Zeit erlaubt. Ein geplatzes Wasserrohr, das im Dezember die ganze Baustelle unter Wasser setzte, und der frühe Wintereinbruch bringen den Zeitplan etwas durcheinander. "Später als geplant, im März, April, wollen wir einziehen. Jetzt haben wir gerade die Dämmung unterm Dach angebracht und können ab diesem Wochenende die Trockenwände für Schlafzimmer und Kinderzimmer und das kleine Bad stellen", erzählt Susanne Heinze. In der unteren Etage entstehen Wohnraum, Küche und Bad. Die gesamte Heizungs- und Sanitärinstallation fehlt noch, dann kommt der Fußboden rein und die Feinarbeiten beginnen. Zum Schluss wird die Fassade angeputzt. Nicht nur Susanne und Jens Heinze können es kaum erwarten, dass sie ihr neues Heim endlich beziehen können, sondern auch ihr dreijährgier Sohn Moritz. Er wünscht sich Tapeten mit Auto-Motiven.

Einen Sendetermin für das Heinze-Schnäppchenhaus gibt es noch nicht. In dem einstündigen Beitrag, ausgestrahlt zwischen dem 21. Februar und 4. März, sehen die Zuschauer den mühsamen Weg vom Schnäppchen- zum Traumhaus.

 

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