Farbenfroh und quicklebendig sind viele seiner Bilder. Aber auch nachdenklich stimmend. Axel Gundrum stellt eine Auswahl seiner Werke aus dem Zeitraum von 1990 bis heute in der artHausGalerie des Havelberger Arthotels Kiebitzberg aus.

Havelberg l "Wenn er nicht ein guter Maler wäre, könnte er auch ein guter Autor und Poet sein", sagt Reinhart Richter über seinen Freund Axel Gundrum. Der Kulturberater aus Osnabrück und Initiator des Kulturprojektes Stadtinsel Havelberg ist zusammen mit seiner Frau seit vielen Jahren Sammler der Kunst von Axel Gundrum. Kein Wunder, dass er sie und den Künstler eindrucksvoll beschreiben kann und neugierig macht, die Bilder zu entdecken. Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend ging er auch auf den Titel "Es scheint so" ein.

Etwa auf den Eindruck, dass die Bilder Axel Gundrums Karikaturen von Menschen wären. "Es ist eine liebevolle und würdige Darstellung von Menschen", sagt Reinhart Richter und berichtet zugleich, dass Axel Gundrum überall dort, wo er lebt, nicht nur malt, sondern auch versucht, Dinge in Bewegung zu bringen. Dabei wirft er immer einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse. Seine zum Teil großformatigen Bilder erzählen Geschichten, und manch einer entdeckt in dem einen oder anderen Bild sich vielleicht gar selbst wieder in einer bestimmten Situation. Das Wandeln durch die Galerie des Hotels macht Spaß, amüsiert und regt auch zum Nachdenken an. Eine sehenswerte Ausstellung!

Axel Gundrum hat die Malerei nicht studiert, ist nicht beeinflusst etwa durch einen Professor. "Er hat seinen Stil kontinuierlich aus sich selbst heraus entwickelt", sagt Reinhart Richter. Sie kennen sich schon seit Ende der 1970er Jahre, als er Kulturamtsleiter in Osnabrück war und Axel Gundrum mitwirkte in einer Initiative, die Kunst für alle erreichbar machen wollte.

Beider Zusammenarbeit hat übrigens letztendlich das Kulturprojekt nach Havelberg gebracht. Reinhart Richter war auf der Suche nach einem Lastkahn für ein Atelier Gundrums und kam mit Familie Lewerken und ihrer Schiffswerft in Kontakt. Dabei verliebte sich der Kulturberater in die Hansestadt.

Das Hotel wiederum arbeitet mit der Galerie Teterow von Sylvia Henschel - Schwiegertochter des Havelberger Malers - zusammen, und bei einer Ausstellung Axel Gundrums dort kaufte Andreas Lewerken seinen ersten "Gundrum".