Die Bedeutung des Maschinenringes Elb-Havel-Winkel für die Landwirte der Region besonders nach der Flut wurde auf der Jahreshauptversammlung des in Fischbeck ansässigen Vereins mit integrierter Service GmbH einmal mehr deutlich.

Fischbeck l Geschäftsführer Christoph Albrecht kam in seinem Rechenschaftsbericht für 2013 natürlich nicht um die Katastrophe herum. Denn sie beeinflusste das Leben und Wirken auch aller Bauern im Elbe-Havel-Land, schließlich waren 25000 Hektar Ackerland und Weidefläche geflutet. Der Maschinenring fungierte als Mittler zwischen den Bauern und den Landwirtschaftsministerien beim Land und Bund, kümmerte sich um Soforthilfen, organisierte Futtermittelspenden. "Versprochen wurde ja allen eine unbürokratische Hilfe - was man in Deutschland so unbürokratisch nennt", kritisierte er unter anderem die gekürzten Entschädigungszahlungen, was zu berechtigt heftigen Diskussionen geführt hatte.

"Die Gespräche mit den Verantwortlichen endeten teilweise ernüchternd, weshalb sich auch 44 Landwirte an das Finanz- und das Landwirtschaftsministerium gewendet haben. Schließlich handelte es sich hier nicht um ein Hochwasser, sondern um einen Deichbruch, der doch ganz anders behandelt werden muss." In der lapidaren Antwort, die es erst nach erneuter Nachfrage endlich gab, bekamen die Geschädigten zu hören, dass alles nach EU-Recht abgehandelt wurde sowie in Abstimmung mit den Fachbehörden erlassen und mit den landwirtschaftlichen Berufsverbänden erörtert wurde. Auch das soll noch einmal zur Sprache kommen, wenn auf Drängen des Maschinenringes der nächste Landwirtschaftsausschuss der Landesregierung in Fischbeck tagt.

Ein guter Begleiter sei dagegen das ALFF in Stendal gewesen, das sich für die Betroffenen einsetzte und es immer noch tut - auch bei der künftigen Beseitigung der Schäden an Wirtschaftswegen und Brücken.

13000 Stunden Betriebshilfe wurden 2013 geleistet

Trotz der Extremsituation ist der Maschinenring mit seinen über 130 Mitgliedern, die 35000 Hektar Land im Altkreis Havelberg, im Raum Jerichow/Genthin und angrenzenden Landkreisen im Land Brandenburg bewirtschaften, auch seinen regulären Aufgaben gerecht geworden. Und das wiederum mit positivem Ergebnis. So wurde auch durch die Anschaffung zusätzlicher Technik die Anzahl der Entnahmen von Bodenproben gesteigert. Alle Garagen auf dem 2012 eingeweihten Betriebsgelände sind inzwischen belegt. Und auch die Betriebshilfen, die der Maschinenring für erkrankte Personen in den Betrieben organisiert, hat sich wieder gesteigert. Immerhin 13000 Stunden wurden hier geleistet.

Auch die Neuwahl des Vorstandes des Maschinenringes stand auf der Jahreshauptversammlung an. Zuvor hatten die Kassenprüfer Nils Wrogemann und Birgit Reich dem Maschinenring sorgfältige Arbeit bescheinigt.

Für Hubertus Busse, bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr Vorsitzender des Vereins, musste ein Nachfolger gefunden werden. Jens Köpke aus Garz erklärte sich bereit, dieses Amt anzunehmen. Neu wirkt als Beisitzer Dirk Braunschweig aus Großwulkow mit. Weiterhin dabei sind Achim Vogler aus Körbelitz, Dieter Northe aus Fischbeck, Christian Bleis aus Schönhausen und Matthias Müller aus Woltersdorf.

Auf den Flächen der Bauern wächst jetzt die neue Ernte heran. "Derzeit sieht es ganz gut aus", sagt der Schönhauser Landwirt Bernd Bleis, der die Arbeit des Maschinenringes als Dienstleister und Vermittler sehr würdigt. "Was jetzt fehlt, ist ergiebiger Regen!" Eine Folge der Flut ist auch, dass im Herbst die Böden für die Tiefwurzler wie Raps bis in die tieferen Schichten, die durch die enormen Wassermassen verdichtet worden sind, durch tiefes Pflügen aufgelockert werden müssen.

Die Vegetation ist dem Vorjahr, als es zu Ostern sogar noch einmal geschneit hatte, um rund vier Wochen voraus.

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