Viele lobende Worte gab es am Donnerstag bei der Buga-Baustellenführung von den Teilnehmern. Vor allem an den Terrassen am Krugtorhohlweg und am Prälatenweg ist die Wandlung des Areals schon sehr gut zu sehen.

Havelberg l Mit ihren ersten zarten weißen und blauen Blüten beginnen die Clematis an der Mauer am Prälatenweg entlangzuranken. In den Beeten blühen die ersten Stauden in weiß, blau und rot. Die Wege und Treppen sind neu gestaltet. Das saftige Grün der Terrassen leuchtet. Nicht wiederzuerkennen ist auch der Platz am Burggrafenstein. Die an die hundert Teilnehmer der ersten Baustellenführung durch die künftigen Buga-Kulissen in diesem Jahr kommen aus dem Staunen nicht heraus. "Das wird richtig gut", sind sie sich sicher.

Zunächst führt der Weg vom Dom - der Treffpunkt hatte sich geändert und sollte an der Sankt-Annen-Kapelle sein - zum historischen Domfriedhof. Mathias Kuklik, Mathias Ulrich und Anne Wandke standen von Seiten des Zweckverbandes als Ansprechpartner zur Verfügung, Bürgermeister Bernd Poloski und Kämmerin Petra Jonschkowski von Seiten der Stadt. Auf dem Domfriedhof erfolgt derzeit der Wegebau.

Angelehnt ist dieser an historische Vorgaben. Die Stadt hatte dafür im Vorfeld Grabungen vornehmen lassen. Das Wegesystem, das als Rundgang angelegt ist, führt bis in den hinteren Bereich. Von dort können die Besucher zur Buga über die temporäre Brücke über die Flethe in die Kleingartenanlage "Am Nußberg" und von dort weiter Richtung Dom gelangen.

Geld ist zweckgebunden

Friedhofsgärtner werden 80 Gräber gestalten, sie dreimal bepflanzen und an 177 Buga-Tagen pflegen, berichtet Mathias Kuklik, der für den gärtnerisch-technischen Bereich in Havelberg zuständig ist. Zum Teil werden sie neuartige Formen präsentieren. Der auf dem Areal vorhandene Bewuchs mit erhaltenswerten Bäumen wird ergänzt durch Stauden und Blumen. Rasenflächen werden angelegt, in die Blumenzwiebeln kommen. Alte Grabsteine und Grabeinfassungen werden erhalten. Ausgespart werden beim Rundgang am Donnerstag Dechaneigarten und Kleingartenanlage, da das Wegesystem noch nicht hergestellt ist.

Bürgermeister Bernd Poloski dankt für das große Interesse und nutzt die Gelegenheit, auf die Förderpraxis einzugehen, die von Bürgern immer mal wieder diskutiert wird unter dem Aspekt, warum wird das eine gefördert und das andere nicht. Für die Buga erhält die Stadt kein extra Geld, betont er. Was direkt für die Gartenschau ist, bezahlt der Zweckverband. Für alle nachhaltigen Dinge wie Infrastrukturmaßnahmen und Sanierungen bedient sich die Stadt aus Förderprogrammen, die etwa für Stadtinsel und Dombereich gedacht sind. Oder eben für Kunstprojekte oder Grünkorridore auf der Stadtinsel. "Diese Gelder können wir nicht für andere Bereiche einsetzen. Wir können nicht jeden Balkon im Neubaugebiet bepflanzen. Wir haben uns an knallharte Kriterien zu halten", macht er deutlich - und erntet Applaus von vielen Anwesenden.

Den gibt es auch zum Abschluss der Führung, als auch um Verständnis dafür geworben wird, dass die Havelberger zur Buga mit einigen Einschränkungen leben werden müssen. "Das lohnt sich auf jeden Fall", finden viele.