Gerade ist die Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen als Preisträgerin im bundesweiten Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" geehrt worden und bereitet sie sich auf den 200. Geburtstag Bismarcks 2015 vor, da gibt es Sorgen um die Öffnungszeiten des Museums.

Schönhausen l Ines Freyer, zusammen mit Katharina Handke über den zweiten Arbeitsmarkt in Museum und Touristinfo beschäftigt, ist als Hauptschöffin für das Landgericht in Stendal eingesetzt worden. Deshalb fehlt sie in Zukunft mehrfach an ihrem Arbeitsplatz. "Wir können die Öffnungszeiten immer weniger absichern. Das heißt, dass Besucher immer häufiger vor verschlossenen Türen stehen werden. In die Hochsaison gehen wir ohne ausreichende Personalausstattung", stellt Dr. Andrea Hopp, die Leiterin der Schönhauser Stiftung, fest. Das beeinträchtigt auch die Vorbereitungen für das bevorstehende Festjahr, in denen Dr. Andrea Hopp und die museumspädagogische Mitarbeiterin Katja Gosdek gerade stecken. Denn die beiden Maßnahmen enden demnächst - für Katharina Handke ist schon im Juli nach zwei Jahren im Museum Schluss, für Ines Freier Ende November. "Aussagen, wie es danach weitergeht, gibt es nicht." Generell sei es ein großer Verlust, wenn gut eingearbeitetes Personal nach gewisser Zeit wieder gehen muss.

So war es auch mit Heidi Voigt und Edeltraut Jeske, die hervorragende Arbeit bei der Führung der Besucher und in der Touristinfo leisteten. Gegen eine geringe Aufwandsentschädigung sind sie bereit, auch jetzt einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Finanziert wird das über die Zuweisungen aus dem Etat des Landkreises - mit diesen ohnehin knappen Mitteln müssen auch die Veranstaltungen ausgestattet und Büromaterial gekauft werden.

Gerade an Wochenenden kommen viele Besucher und auch Gruppen, die geführt werden wollen. Und mit den beiden Beschäftigten ist es ohnehin schon schwierig, die regulären Öffnungszeiten abzusichern. Einst hatte es bis zu sechs Ein-Euro-Jobber gegeben.

Vorbereitung der neuen Ausstellung

Das Land, das bei der Finanzierung des Museums neben der Otto-von-Bismarck-Stiftung, dem Landkreis und der Gemeinde der vierte Partner ist, stellt große Erwartungen an das Jubiläumsjahr. An dessen Beginn steht am 15. März 2015 die Eröffnung der neuen Ausstellung. Sie steht unter dem Thema "Das Schönhauser Bismarck-Museum von 1891 und seine Schätze" und rückt das erste Bismarck-Museum, das sich bis 1945 im Gut II in den Räumen der späteren Schule und des heutigen Bürgerzentrums befunden hat, in den Blickpunkt. Die Zeit, alles vorzubereiten und die Pläne dann umzusetzen, ist knapp. "Wenn wir wenigstens wüssten, dass wir personelle Unterstützung bekommen, könnten wir beruhigter in die kommenden Monate gehen", so Dr. Andrea Hopp. Verbandsbürgermeister Bernd Witt erklärte auf Volksstimme-Anfrage, dass er auch zu diesem Thema mit der Gesellschaft für Arbeitsförderung in Kontakt stehe, "nichts wäre schlimmer, als wenn Touristen in der Hauptsaison und dann erst recht im Jubiläumsjahr vor verschlossenen Türen stehen."

Die Besucherzahlen des ersten Quartals sind vielversprechend und liegen deutlich höher als 2013. Und das, obwohl das Kunstfest wegen des seit der Flut gesperrten Parkes ausfallen musste. Dass der bald wieder begehbar ist, hoffen Gemeinde und Bismarck-Stiftung.