Ein Lachen huscht über Jasmin Königs Gesicht. Sie reicht dem Besucher die Hand, schaut ihm in die Augen - ein Fortschritt für das behinderte Wuster Mädchen, zu dem auch die Delfin-Therapie beiträgt. Gerade sind Königs aus Marokko zurück.

Wust l "Es waren wieder ein paar schöne, erfolgreiche Tage!" Katrin König schaut sich am Küchentisch sitzend die Fotos an, die an den zweiwöchigen Urlaub in Nordafrika erinnern. Es war mehr als nur Urlaub für die Wuster Familie. Denn die fast 13-jährige Tochter von Katrin und Sven König ist seit der Geburt schwerstbehindert. Ihre allgemeinen Körperfunktionen und Sozialkontakte zu verbesseren sowie Konzentration, Aufmerksamkeit und Beweglichkeit zu steigern, sind die Ziele der Delfin-Therapie. Schon im letzten Spätsommer fand diese im spanischen Mundomar statt.

Spenden machen Fortsetzung möglich

Die Empfehlung des Therapeuten Branko Weitzmann, nicht zu lange mit der Fortsetzung zu warten, konnte Dank Spenden in die Tat umgesetzt werden. Es gab Geld von der Bilingualen Grundschule in Stendal. Und die Interessengemeinschaft des Stendaler Weihnachtssingens am Heiligabend auf dem Marktplatz spendete den Erlös - 625 Euro - für Jasmin. Dafür sind die Eltern unendlich dankbar. Denn nur so war es möglich, dass Königs vor Ostern nach Marokko fliegen konnten, wohin Branko Weitzmann und sein Team während der in Spanien kühleren Wintermonate ausweicht.

"Jasmin fühlt sich im Wasser einfach wohl", erzählt Katrin König, dass ihre Tochter die Zeit im Schwimmbecken sehr genossen hat. "Die beiden Delfine waren sehr zutraulich und Jasmin suchte selbst den Kontakt zu den Tieren, was sie in Spanien noch nicht so intensiv getan hat."

Im Abschlussbericht von Branko Weitzmann steht, dass Jasmin in der Therapie einen verbesserten Muskeltonus hatte. Arme, Beine und Hände waren viel lockerer als vor der Therapie. "Außerdem haben wir einen verbesserten Blickkontakt und eine deutlichere Reaktion auf Ansprachen festgestellt, was auf eine verbesserte Konzentration zurückzuführen ist." Wunder werden nicht erwartet, aber realistische Therapieziele gesteckt - und die erkennen die Eltern deutlich.

Jeden Monat wird ein wenig Geld zurückgelegt

Auf diese Erfolge kann nun bei den Therapien, die zu Hause stattfinden, aufgebaut werden. Und Königs wollen dranbleiben. "Wir versuchen auch in Zukunft einmal pro Jahr an der Delfin-Therapie teilzunehmen. Auch wenn es uns nur möglich ist, jeden Monat ein bißchen Geld zu sparen, kommt zusammen mit Spenden doch hoffentlich soviel zusammen, dass es reicht", hofft Katrin König. Sie kümmert sich bis auf die Schulstunden rund um die Uhr um ihre Tochter und trägt Zeitungen aus, Vater Sven arbeitet bei der Abfallentsorgung. Derzeit sind sie dabei, das Haus zu modernisieren und das Bad so zu gestalten, dass die Pflege der immer größer und schwerer werdende Jasmin möglich ist.

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