Über sieben Brücken" heißt ein großer Hit der Gruppe "Karat" aus dem Jahr 1979. In Havelberg kann man, nach einer Gesamtbauzeit von 17 Jahren, inzwischen auch über sieben neue Brücken gehen. In loser Folge erinnert die Volksstimme an die Brückenbaustellen in und um Havelberg.

Havelberg l Um dem Titel "Über sieben Brücken..." gerecht zu werden, wurde in die Serie auch eine Straßenbrücke aufgenommen. Davon gibt es einige in Havelberg und Umgebung - so etwa in Richtung Jederitz auf der Höhe eines Autohauses und auch in Richtung Sandau gleich hinter dem Ortsausgang. Unbedeutend sind diese kleinen Brücken auf keinen Fall!

Die Straßenbrücke in der Elbstraße, die über die Nöhre führt, wurde im Jahr 2003 von einer Havelberger Firma erneuert. Das war nötig, um dem zunehmenden Schwerlastverkehr gerecht zu werden. Die Nöhrebrücke kommt besonders alljährlich zum Havelberger Pferdemarkt wortwörtlich zum Tragen, denn die Fahrgeschäfte werden immer größer und schwerer.

Die Straßenbrücke über den kleinen Fließgraben, der sich auf dem halben Weg zur Elbfähre Räbel befindet, gab es schon immer. Vor etwa einhundert Jahren und auch noch weit davor, als Landwirte und Fischer mit Pferd und Wagen hier entlang rollten, war die Brücke bedeutend kleiner und von geringfügiger Tragkraft. Die Nöhre schlängelt sich, von der Havel abzweigend, durch die Tonabgrabungen in der Elbstraße und hatte einst ihren Lauf bis kurz vor Sandau. Viele seltene Pflanzen und Insekten sind bis heute an ihrem Ufer und auf dem Wasser zu finden.

Nach Sanierung steht die Brücke sicher vor Hochwasser und für Schwerlastverkehr da

Aber es ist schon sehr oft vorgekommen, dass die Nöhre gar nicht mehr zu finden war. Denn Hochwasser überschwemmen sie regelmäßig. 1845 beispielsweise war der Wasserstand am Pegel Havelberg auf 6,08 Meter gestiegen. An der Mühlenholzer Chaussee, wie die Elbstraße ganz früher hieß, sind am Ende der Kaatzgärten die markantesten Hochwasserstände der Havel an einem Pegel vermerkt. Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat zusätzlich zu dem alten Pegel am einstmals Grabertschen Garten in unmittelbarer Nähe einen neuen und modernen Pegelstand aufgebaut, der aktuell bis zum Hochwasser 2011 die Wasserstände zeigt. Bei allen Hochwassern, die sich in den zurückliegenden Jahren ereigneten, stand die Nöhrebrücke unter Wasser. Auch im vergangenen Jahr bei der Flutkatastrophe.

Durch ihre stabile Bauweise kann das Wasser dem Brückenbauwerk aber keinen Schaden mehr zufügen.

Das war auch 2013 an der Brücke in der Rathenower Straße zu beobachten. Mit unbeschreiblicher Macht und Gewalt schoss das Hochwasser hier unter der Brücke hindurch, ohne jeglichen Schaden zu verursachen. Eine Prüfung nach dem Hochwasser bestätigte die Unversehrtheit des Bauwerkes.

Die Havelberger Nöhrebrücke ist ein Bauwerk für die Zukunft. Sie bietet nicht nur Schwerlastern Sicherheit, sondern mit Leitplanken auch Fußgängern zusätzlichen Schutz.

   

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