Klietz l Wer die technische Zone der Klietzer Bundeswehrkommandantur jetzt sieht, wird große Veränderungen bemerken: Zwei Reihen der Lagerhallen aus NVA-Zeiten sind abgerissen. Nach der Flut war in einer von ihnen noch ein Spendenlager für Sanitärartikel eingerichtet worden, auch wurden andere Spenden gelagert.

"Die Binder bereiteten uns bereits statische Probleme, zudem passten die Hallen vom Grundsatz her nicht mehr hierher", erklärte Stabsfeldwebel Jens Adamczyk. Der Sandauer ist in der Kommandantur seit acht Jahren für Infrastruktur und Umweltschutz zuständig. An Stelle der Hallen wird nun eine Betankungsfläche mitsamt überdachten Stellplätzen für Tankfahrzeuge errichtet.

Das ist übrigens auch im Sinne des Umweltschutzes - so nah am sensiblen See. Sollte doch mal Flüssigkeit auslaufen, läuft sie in einen Ölabscheider. Das gesamte Projekt kostet etwa eine Million Euro.

Zwei Jahre später soll gleich hinter der Einfahrt dann noch eine fahrzeugtechnische Halle entstehen, eine Instandsetzungshalle mit Krananlage, Waschplatz und kleiner Werkstatt für die hier übende Truppe. Für dieses Projekt sind knapp zwei Millionen Euro veranschlagt. Die Schirrmeisterei - sie ist beim Militär für die Fahrzeuge zuständig - war zuvor in den nun abgerissenen Hallen untergebracht, sie musste in einen Container ausweichen.

In einem Container befindet sich derzeit auch noch die provisorische Heizung für das Gebäude auf dem Sonderübungsplatz der Pioniere, denn der gesamte Bereich hatte im Vorjahr unter Wasser gestanden. Die neue Heizung soll ebenerdig eingebaut werden, die alte hatte sich im Keller befunden.

Schwerpunkt der Flutschadenbeseitigung ist jedoch die Truppenküche in der Kaserne am See, das Gebäude 25. Derzeit läuft die Planung, wobei nicht nur Flutschäden beseitigt werden sollen - entsprechend wird auch die Bundeswehr ihren Anteil finanzieren.

Das Haus 1 ist als Komplettschaden immer noch in der Trocknungsphase, demnächst soll der Putz abgeklopft werden. Im Mai werden die Häuser 11 und 14 wieder ihrer Nutzung übergeben. Dann verfügt die Kaserne wieder über knapp 100 Plätze mehr für die Truppe, bis auf das Haus 1 wären somit alle Unterkünfte wieder nutzbar.

Etwa zwei Jahre wird es wohl noch dauern, bis auf dem Areal auch die letzten Flutschäden beseitigt sind, schätzt Jens Adamzcyk. Im Kürze soll auch das Kleinspielfeld fertig sein, welches allerdings eine reguläre Baumaßnahme ist.

Geplant sind auch die größeren Baumaßnahmen auf dem Übungsplatz, der Neubau der Schießbahnen 15 und 16. Hier wird mit Panzerfäusten geschossen. Im Juli ist Baustart, die Flächen wurden bereits gerodet. Elektrik und Straßenbau sind in diesem Jahr vorgesehen, der Hochbau folgt 2015.

Bis auf Haus 1 sind bald alle Unterkünfte saniert

Nach langer Wartezeit wird auch auf dem Biwakplatz in Großwudicke endlich eine Waschplatte für Gefechtsfahrzeuge errichtet. In Planung ist zudem die Sanierung der größten Schießbahn, sie trägt die Nummer 13. Hier soll der Leit- und Bedienbunker am sogenannten "Briefkasten" neu hergerichtet werden - dies war auch schon lange geplant.

Bei allen Planungen und Baumaßnahmen arbeitet die Bundeswehr immer eng mit dem Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt zusammen, dem einstigen Staatshochbauamt. Mitarbeiter Hans-Peter Lazar aus Havelberg ist in Klietz als Bauleiter in der technischen Zone eingesetzt, er berichtet, dass nach dem Abriss die neuen Fundamente errichtet werden, danach folgt der Stahlbau.

Insgesamt sieht der Kommandant der Truppenübungsplatzkommandantur Klietz, Oberstleutnant Roman Jähnel, die Entwicklung im Bereich der Infrastruktur überaus positiv: "Ich bin sehr zuversichtlich das wir mit diesen Baumaßnahmen das Profil des Übungsplatzes Klietz weiter zukunftsorientiert anpassen und somit langfristig die Struktursicherheit gewährleisten können".

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