Erfolgreich verlief das Vorjahr aus der Sicht des Wehrleiters der Gemeinde Kamern, Jürgen Brandt. Dieses Resümee zog er auf der Jahreshauptversammlung, die am Sonnabend stattfand. Höhepunkt war das Treffen zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit der Wehr Clenze.

Kamern. Es gibt nicht mehr viele Wehren, die ihre deutsch-deutsche Partnerschaft mit solcher Kontinuität pflegen wie Kamern und Clenze in Niedersachsen, erklärte Verbandsgemeindebürgermeister Bernd Witt, der als Dienstherr an der Sitzung teilnahm. Natürlich waren die Clenzer auch wieder mit einer siebenköpfigen Delegation unter der Leitung von Ortsbrandmeister Andreas Arndt auf der Sitzung in Kamern vertreten.

Am Feuerwehrtag in Clenze hatten im Vorjahr immerhin 20 aktive und passive Feuerwehrleute aus Kamern teilgenommen, hierbei wurde gleich die 20-jährige Partnerschaft gefeiert. Vorführungen zur Unfallrettung sowie zu Zimmerbränden wurden besichtigt, die Gäste trugen sogar selbst einen Löschangriff vor. Auch hatten sie ihr Oldtimer-Moped, den "Hühnerschreck" mitgebracht. Abends hatten die "electrics" zum Tanz aufgespielt, was allgemein sehr gut ankam.

In diesem Jahr sind die Clenzer zum partnerschaftlichen Kameradschaftsabend nach Kamern eingeladen, auch dort wird die Gruppe wieder aufspielen. Geplant ist das Treffen am 4. Juni. Am 19. Februar reist eine Delegation aus Kamern zur Versammlung der Wehr nach Clenze.

Gruppenführer Bert Kage informierte über das Einsatzgeschehen im Vorjahr: Von den insgesamt acht Einsätzen wurden allein vier in der Weihnachtszeit absolviert. Der erste Einsatz war am 16. Juli, es ging zum Waldbrand zwischen Sandau und Wulkau. Geübt hatten die Kamernschen die Waldbrandbekämpfung erst im April im Rahmen einer Übung der Feuerwehrbereitschaft in Uchtspringe. Ein Unwetter mit Starkregen verursachte am 15. August einen weiteren Einsatz. In Schollene war der Keller des Seniorenwohnparks voll Wasser gelaufen, auch in Kamern war Wasser aus Kellern und Schächten zu pumpen.

Ende August war eine Ölspur auf dem Plattenweg in der Feldmark zu beseitigen. Im Dezember ging es Schlag auf Schlag: Am 22. brannte es am frühen Vormittag beim Frisör, das Feuer wurde aber von einem beherzten Bürger gelöscht. Am Nachmittag ließ der Eisregen einen Baum umknicken, doch hier war die Polizei schneller. In der Nacht zum Heiligen Abend wurde um 2 und um 5.40 Uhr ausgerückt, Bäume waren an der Straße nach Wulkau umgefallen.

Zudem gab es im Oktober eine Übung auf dem Gelände der Landschaftsbaufirma, ein Pkw musste dabei mit Schere und Spreizer zerlegt werden.

Neben den Einsätzen, für die 59 Stunden geopfert wurden, zählte der Wehrleiter fast 470 Stunden für Aus- und Weiterbildung sowie 628 Arbeitsstunden. Zur Vorbereitung auf Wettkämpfe wurden 360 Stunden geleistet. Letzteres zahlte sich mit den Siegen der Frauen- und Männerteams beim Ausscheid in Klietz aus.

Das Gerätehaus wurde entrümpelt, etliches darin saniert und repariert. Die Kameraden sammelten Schrott, organisierten Kartenabende, reparierten ein Storchennest, befestigten die Rutsche im See, sicherten das Osterfeuer in Neukamern sowie das Maifeuer in Rehberg ab, flochten die Girlande und stellten den Maibaum auf. Auch beim Strandfest durften sie nicht fehlen.

Tradition hat die Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte beim Lampionumzug im Oktober. Eventuell, so die Überlegung von Jürgen Brandt, könnte sich auch in Kamern einmal eine Kinderfeuerwehr bilden. Das ist angesichts des nur noch einen Mitglieds in der Jugendwehr auch recht bitter nötig.

 

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