Es den Flutopfern des Elbe-Havel-Landes leichter zu machen, die Erlebnisse vom Sommer 2013 zu verarbeiten, ist das Anliegen des Caritasverbandes Stendal, der in Schönhausen Kunsttherapie in einem offenen Atelier anbietet.

Elbe-Havel-Land l Regelmäßig ins Offene Atelier unterm Dach des Bürgerzentrums kommt Monika Horn. Fiel der Schönhauserin der erste Besuch noch etwas schwer, so freut sie sich inzwischen auf jeden Mittwoch. "Ich komme gestresst an und gehe nach zwei Stunden ganz leicht und frei nach Hause. Diese Auszeit vom Alltag nehme ich mir, der Mittwochnachmittag ist zum Wohlfühlen und Entspannen da. Ich merke immer mehr, wie gut es mir tut, mit Kunsttherapeutin Julia Wübbenhorst zu reden und meine Gefühle malerisch darzustellen und verarbeiten zu können. Die Therapeutin ist nicht nur eine gute Zuhörerin, sondern gibt auch wertvolle Hinweise zum Umgang mit dem Erlebten." Einer dieser Ratschläge ist es, sich im Kopf einen "sicheren Ort" zu schaffen. Der war für Monika Horn, die im Neubaublock wohnt, bis zum 10. Juni 2013 ihr Bungalow am Schönfelder See. Die Flut hat alles zerstört. "Wir sind dabei, neu aufzubauen. Auch wenn es schwer ist - wir schaffen das!" Während der Zeit der Evakuierung des zur Insel gewordenen Dorfes war Monika Horn in Schönhausen geblieben, sorgte zusammen mit anderen Frauen in einer privaten Küche dafür, dass die Gebliebenen Mittagessen bekommen. So wie alle Flutopfer hat auch Monika Horn hundertfach über das Erlebte gesprochen. "Egal, wo und mit wem man sich trifft - irgendwie kommt man immer wieder auf die Flut zu sprechen."

Und weil das Thema auch fast ein Jahr nach der Katastrophe längst nicht abgehakt ist, hat der Wohlfahrtsverband auch beschlossen, auf unbestimmte Zeit in Schönhausen zu bleiben und Kunsttherapie anzubieten. Weitere kostenlose Angebote wie beispielsweise eine fachliche Bauberatung, Werkzeugverleih und die Vermittlung von Erholungsangeboten werden unterbreitet.

Jeden Mittwoch ab 14 Uhr findet die Kunsttherapie statt. Derzeit sind es einige Frauen, die sich hier treffen - ob regelmäßig oder sporadisch, wie die privaten Termine es zulassen. "Jeder, der abschalten, reden, zuhören, Kraft tanken möchte, ist herzlich willkommen", lädt Julia Wübbenhorst ein, "ganz egal, ob man malen kann oder nicht". Die Therapeutin macht in den kommenden Tagen eine Trauma-Fortbildung speziell zu Naturkatastrophen, so dass das offene Atelier ab 28. Mai wieder zum Besuch einlädt.

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