Hohengöhren (sl). Das Versprechen, sich ein Leben lang die Treue zu halten, hatten sich Christa und Willi Schleusner aus Hohengöhren vor 60 Jahren gegeben – gestern feierten sie diamantene Hochzeit. Die große Familie kam zusammen, um nach der kirchlichen Zeremonie mit Pfarrer Ralf Euker in der Gaststätte "Stadt Braunschweig" gesellige Stunden zu verbringen. Am 20. Januar 1951 war der Tisch nicht so reich gedeckt – es gab Selbstgeschlachtetes "und auch den Schnaps hatten wir selbst gebrannt", erinnert sich Willi Schleusner, der mit 88 Jahren der älteste Hohengöhrener ist. Geboren wurde er im Wartegau (heute Polen), 1949 war er aus sibirischer Kriegsgefangenschaft zu seiner Familie zurückgekehrt. Mutter, Tante, Schwester Ruth und die Brüder Egon und Arnold hatten auf dem Vorwerk gesiedelt, einem großen Hof abseits des Dorfes Hohengöhren. Auf dem Damm beim Bauern arbeitend, fiel Willi beim Nachbarn die hübsche Christa Duhrmann auf, die er zur Frau nahm. Kurz nach der Hochzeit kam Sohn Hans-Jürgen zur Welt, 1954 Wilfried und 1961 Sabine. "Uns hat es auf dem Vorwerk gut gefallen. Aber es gab keine feste Straße und als Hans-Jürgen zur Schule kam, war es einfach günstiger, ins Dorf zu ziehen", berichtet die 81-jährige Jubilarin. Auch in der Großen Straße bezogen sie ein großes Gehöft, auf dem sie Schweine, Bullen und Pferde hielten. Mit dem Eintritt in die LPG war das Ehepaar im Feldbau tätig – Willi fuhr Traktor und Mähdrescher, Christa erntete Kartoffeln, Spargel, Erdbeeren, Gurken... Nach Feierabend begann zu Hause die "zweite Schicht". Denn nach wie vor stand Vieh in den Ställen. Auch die drei Kinder halfen, wo immer sie konnten. Heu machen, Rüben hacken, Kartoffeln stoppeln – Arbeit gab es genug und ließ auch keine Zeit für Urlaub. Und auch heute noch können die Senioren die Hände nicht in den Schoß legen. Der große Garten wird nach wie vor bestellt mit Spargel, Kartoffeln und Gemüse, das mittags auf den Tisch kommt. Hilfe bei den täglichen Arbeiten haben Christa und Willi Schleusner von Tochter Sabine, die auf dem Hof im Haus gegenüber lebt. Sie bereitete ihren Eltern gestern auch eine besondere Überraschung und Gänsehautgefühl, als sie in der Kirche das Lied "Ein schöner Tag" für das Jubelpaar sang.

Neun Enkel und drei Urenkel gehören zur großen Familie. Bis auf zwei Enkeltöchter, die im Ausland sind, kamen auch alle zum Gratulieren. Ihre Wünsche: Gesundheit! Und dass es beiden noch recht lange so gut geht, dass sie die täglichen Dinge des Lebens bewältigen können.