Auch wenn es so scheint, als hätte sich der Winter vorerst verabschiedet, ist die Gefahr, mit dem Auto oder Zweirad ins Rutschen zu geraten, längst nicht gebannt. Gerade in den vergangenen Tagen war es am Morgen und auch am späten Abend auf vielen Straßen in der Region tückisch glatt. Glücklicherweise hatten sich die meisten Kraftfahrer sehr gut auf diese Situation eingestellt.

Havelberg. "Ich will Spaß, ich geb Gas", heißt es in einem Liedtext der Neuen Deutschen Welle von Markus. "Danach zu handeln, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber wirklich nicht angebracht", gibt Polizeihauptkommissar Ralf Würpel, Leiter des Revierkommissariats in Havelberg, im Gespräch mit der Volksstimme deutlich zu verstehen. "Auch wenn Schnee und Eis vielerorts größtenteils weggetaut und die Straßen frei davon sind, lauert auf den Fahrbahnen immer noch eine große Gefahr", sagt er. Gerade die letzten Tage hätten gezeigt, wie schnell Reif, Nebel, Regen oder Frost Straßen in schmierige, rutschige Pisten verwandeln können. Und wenn sich am Morgen die Sonne blicken lässt, dann kann es an Stellen, an denen es der Kraftfahrer womöglich gar nicht vermutet, sogar zu plötzlichen Eisbildungen kommen.

"Bisher sind wir, was Verkehrsunfälle auf glatten Straßen angeht, aber wirklich gut durch den Winter gekommen", zeigt sich der Polizeihauptkommissar zufrieden. "Vom 26. November an, als aus polizeilicher Sicht die Wintersaison begann – an der Ecke Steintorbrücke/Uferstraße war ein Pkw auf winterglatter Straße ins Schleudern geraten und schließlich auf einem Gartengrundstück gelandet –, bis zum vergangenen Wochenende haben die Havelberger Beamten lediglich 15 Verkehrsunfälle, die auf die winterlichen Bedingungen zurückzuführen waren, aufnehmen müssen. Insgesamt ereigneten sich in diesem Zeitraum 59 Verkehrsunfälle, allein 30 davon gingen auf das Konto von Tieren des Waldes."

Nüchtern betrachtet, haben sich damit trotz Eis und Schnee nicht mehr Verkehrsunfälle ereignet als zum Beispiel in vergleichbaren Zeiträumen im Frühjahr oder Sommer. "Erwähnenswert ist auch, dass kein schwerer Verkehrsunfall passierte und sich somit zum Glück auch der Personenschaden in Grenzen gehalten hat", berichtet Ralf Würpel. Bei den erwähnten 15 Glätteunfällen hätten insgesamt fünf Beteiligte leichte Verletzungen erlitten.

Örtliche Schwerpunkte konnte die Polizei nicht ausmachen, "allerdings häuften sich die kleinen Unglücke etwas südlich von Wulkau im Bereich der B 107", so der Kommissariatsleiter.

Für ihr zum größten Teil verantwortungsvolles Fahren möchte er sich bei den Kraftfahrern der Region bedanken. "Bei Kontrollen konnten wir auch feststellen, dass sie ihre Fahrzeuge vor Fahrtantritt wirklich gut auf die Witterungsbedingungen vorbereitet hatten. Damit meine ich zum Beispiel die Gewährleistung der Rundumsicht, die Winterreifenpflicht oder auch eine funktionierende und richtige Beleuchtung." Einige schwarze Schafe gebe es natürlich immer – bei solchen Feststellungen seien die Beamten zumeist erst einmal belehrend vorgegangen. Aber auch solche Dinge gab es: Bei der Aufnahme eines Unfalls erklärte der Fahrer, dass er eigentlich nur eine Bremsprobe machen wollte, um zu testen, ob es glatt auf der Straße sei. Der Test ging voll daneben – im wahrsten Sinne des Wortes. Er landete mit seinem Wagen im Straßengraben.

"Natürlich registrierten wir auch, dass die Winterdienste mit ihrer guten Arbeit die Anzahl der Verkehrsunfälle in Grenzen gehalten haben. Vor allem die Mitarbeiter der Außenstelle Sandau haben sich dafür meines Erachtens ein Lob verdient", findet der Polizeihauptkommissar. "Im nördlichen Teil der Region, für den sie zuständig zeichnen, gibt es an ihrer Arbeit überhaupt keine Abstriche zu machen. Hier waren und sind am frühen Morgen nach den Hauptstrecken zumeist auch schon die Nebenstraßen vorbildlich beräumt."

Für Ralf Würpel ist der Winter noch lange nicht vorbei. Weiter mit höchster Vorsicht auf den Straßen unterwegs zu sein, sei das A und O. Vor allem sollten Kraftfahrer auf folgende Dinge achten: den schnellen Wechsel der Fahrbahnverhältnisse durch eine andere Pflasterung oder beim Passieren von Waldgebieten, auf Vereisungen an den Seitenrändern der Fahrbahnen, den Wechsel des Winterdienstes, der nicht immer durch eine Beschilderung angezeigt wird; einen ausreichenden Abstand zum Vorausfahrenden und das Unterlassen von Bremsversuchen zum Beispiel.