Noch lädt der Kamernsche See nicht wirklich zum Baden ein, was sich aber in Kürze ändern soll. Auch die Gemeinde will dazu beitragen und einen Toilettencontainer aufstellen lassen.

Kamern l Traditionell wird am Maifeiertag in Kamern angebadet. Marion Gortat, Simone Engel und Arno Brandt hatten trotz der doch recht kühlen Witterung Badebekleidung angezogen, um als erste Schwimmer nach der Flut in den See zu steigen.

"Wir wollen damit zeigen, dass der See wieder als Badegewässer genutzt werden kann", erklärte Bürgermeisterkandidat Arno Brandt. Erst vor kurzem wurde das auch amtlich bestätigt, der See habe eine gute Badewasserqualität, attestierten die Prüfer.

Gastwirt ist skeptisch

Die Wassergüte ist die eine Seite, der Zustand des Badestrandes nach der Flut die Kehrseite. Zwar hatten die Kamernschen bei einem Arbeitseinsatz im Frühjahr Rasen angesät, der inzwischen auch aufgegangen ist. Doch liegt statt des einstigen Sandes noch allerhand Schlick am Ufer, im See selbst noch allerhand Schlamm. Gastwirt Uwe Schindler, der seinen flutgeschädigten Kiosk derzeit wieder herrichtet, sieht die Gemeinde dabei in der Pflicht: sie hätte trotz der geplanten Umgestaltung doch wenigstens schon mal einige Fuhren Sand am Ufer aufschütten lassen können. Ansonsten werden in dieser Saison wohl kaum Badegäste nach Kamern kommen - seinen Kiosk könnte er dann sicher gleich wieder schließen.

Aber auch dieser Zustand soll sich ändern, wie Arno Brandt informierte: Am Freitag kommender Woche, also dem 16. Mai, soll hier bei einem weiteren Arbeitseinsatz der Strand wieder hergerichtet werden. Dazu wird die Gemeinde vorab auch Sand anliefern. Treff ist um 16 Uhr. Helfer sollten Schippen, Spaten und Wathose mitbringen - letzteres Utensil liegt sicher noch in so manchen Haushalten...

Und noch eine erfreuliche Neuigkeit gibt es für die Badefreunde: Auf der jüngsten Ratssitzung regte Bürgermeister Klaus Beck an, am Badestrand in der Saison einen Toilettencontainer aufzustellen. Der Vorschlag fand im Rat allgemeine Zustimmung. Der Container würde pro Monat etwa 500, 600 Euro kosten, nun sollen drei Angebote eingeholt werden. Das gilt übrigens auch für den Schönfelder Badestrand auf der anderen Seite des Sees.

Bauamtsleiter Ulf Wabbel merkte dazu an, dass man die Kosten eventuell auch als Flutschaden abrechnen könnte. Er gab aber zu bedenken, dass die Kamernsche Badestelle geräumt werden müsste, sobald die Bauarbeiten zu deren Umgestaltung beginnen. Unter anderem müssen zuerst das Klubhaus und der Steg abgerissen werden.

Container wird aufgestellt

"Wir dürfen aber nur aus blauem Dunst heraus die Badesaison nicht einfach verstreichen lassen", erklärte Stefanie Wischer. Es könnte beispielsweise passieren, dass die Arbeiten erst im August beginnen, da kann im Juni und Juli ja noch immer gebadet werden.

Wann genau die Bauarbeiter am Badestrand anrücken, ist derzeit ohnehin noch völlig offen, denn der Antrag auf Fluthilfe musste vom Schönhauser Bauamt überarbeitet werden. Nach einem Hinweis des Landesverwaltungsamtes muss dieser nun geteilt und präzisiert werden, erklärte Ulf Wabbel den Räten. Immerhin geht es um insgesamt eine Million Euro. Besser, man erledige diese Arbeit jetzt ordentlich, als dass man später womöglich noch Geld zurückzahlen muss.