Frauen in den Feuerwehren sind eher selten zu finden. In Sandau versehen vier ihren Dienst - und Undine Müller opfert sogar noch einiges mehr von ihrer Freizeit. Deshalb erhält sie den Blumenstrauß des Monats Mai.

Sandau l "Undine Müller ist bei all unseren Aktivitäten immer zur Stelle, man kann sich voll auf sie verlassen", begründete Ortswehrleiter Bernd Kandner seinen Vorschlag für den "Blumenstrauß des Monats". Gern wäre er auch bei der Übergabe des großen Präsents persönlich mit dabei gewesen, doch lässt seine Arbeit in Genthin dies in dieser Woche nicht zu. Erst zum Wochenende ist er wieder in seiner Heimatstadt.

Undine Müller hat es da etwas besser, denn die gelernte Kellnerin arbeitet seit sechs Jahren auch in Sandau, nämlich als Pflegehilfskraft im Marienheim der Caritas. Dadurch kann sie auch rasch zum Einsatz, wenn Sirene und Pieper alarmieren. Allerdings kann sie von der Arbeit schlecht weg, wer soll diese dann für sie erledigen?

Die Küche ist das Revier von Familie Müller

Über den Förderverein der Sandauer Wehr ist Undine Müller für die Getränkeversorgung zuständig, dazu gehört natürlich auch der Einkauf. Zu Ostern hatte sie beispielsweise Getränke an die vielen Gäste verkauft, ebenso beim Tag der offenen Tür am Maifeiertag. "Es war mein einziger freier Tag zwischen den Schichten", erklärte sie - doch für die Feuerwehr opfert sie gern ihre Freizeit. Wenn möglich, plant sie ihre Schichten sogar so, dass sie die Aktionen bei der Wehr mitmachen kann.

"Infiziert" hatte sie sich womöglich von ihren beiden Söhnen - Tobias und Thomas waren schon in der Havelberger Jugendwehr dabei, als sie noch in der Nachbarstadt gewohnt hatten. 1999 ist die Familie nach Sandau gezogen, die Kinder traten natürlich auch hier wieder der Wehr bei.

Wie sie und ihr Mann Georg Müller zur Feuerwehr kamen? Beim Hochwasser 2002 war ihr Mann zusammen mit anderen Soldaten vom Pionierbataillon aus Havelberg im Sandauer Gerätehaus einquartiert gewesen. "Wollt ihr nicht mitmachen?" kam dort eine Frage. "Warum nicht?" sagte sich das Paar und trat der Feuerwehr geschlossen bei.

Beide verstärken seitdem die aktive Truppe. Georg Müller, er ist inzwischen pensioniert, ist dort außerdem fürs Grillen und die Versorgung mit Speisen zuständig. Die Küche im Gerätehaus ist quasi das Revier der Familie Müller.

Im Gedächtnis haften geblieben ist Undine Müller ihr erster Einsatz: Er war am 17. Juni 2004, einen Tag nach dem 50. Geburtstag des Havelberger Wehrleiters Ulrich Ziegler. Strohballen brannten im Bergeraum hinter der Havelberger Shell-Tankstelle, es war zugleich ihr längster Einsatz - früh ging es raus, erst abends wieder zurück. Versorgt wurden die Kameraden unter anderem mit den Resten vom Wehrleitergeburtstag.

Sohn Thomas ist der Feuerwehr übrigens auch an seinem neuen Wohnort Delmenhorst treu geblieben.