Havelberg l Es sind die immer wiederkehrenden Dinge, die den Deichschauern bei ihren Begutachtungen im Frühjahr und im Herbst unangenehm auffallen. "Wildtierschäden oder Fahrspuren in Deichschutzstreifen", nennt Reinhard Kürschner zwei Beispiele. Sie verursachen zum Glück aber nur geringe Schäden.

Besonderen Wert bei den Deichschauen legten die Fachleute in diesem Frühjahr auf die abgeschlossenen und die laufenden Baumaßnahmen. "Im Bereich Schönfeld, wo derzeit auf einer Länge von 1000 Metern gebaut wird, gehen die Arbeiten planmäßig voran. Bis zum Herbst soll die Deichsanierung fertiggestellt sein", erklärte der Flussbereichsleiter. Begutachtet wurde bei Schönfeld übrigens auch die Schließung des Deichschlitzes - während der Hochwasserkatastrophe 2013 hatte sich hier eine kurzzeitige Schlitzung notwendig gemacht.

"Im nächsten Jahr geht der Bau richtig los"

In guter Qualität sei auch der Verbau der Deichrutschung bei Wulkau erfolgt, gab Reinhard Kürschner das Urteil der Experten wider. Was die Deichrückverlegung Süd in Richtung Sandau betreffe, würden derzeit die Planfeststellungsunterlagen erarbeitet. "Der Erörterungstermin dazu wird noch in diesem Jahr stattfinden", informierte der Flussbereichsleiter. Mit vorbereitenden Arbeiten werde ebenfalls noch 2014 für die Deichrückverlegung Nord bei Sandau begonnen, dazu zählen zum Beispiel Baumfällungen, Munitionssuche und ärchäologische Untersuchungen. "Im nächsten Jahr geht es mit dem Bau dann richtig los", so Reinhard Kürschner.

Im Havelberger Bereich sind mit der Schaffung einer Zufahrtstraße die Arbeiten für die Deichsanierung vom Schleusenkanal in Richtung Nitzow gestartet. Im ersten Teilstück dieses Deiches soll nach deren Einbau eine Spundwand aus Kunststoff getestet werden (die Volksstimme berichtete).

Schlitzungen sind ordnungsgemäß verbaut

Einen weiteren baulichen Schwerpunkt stellt das Einlasswehr Neuwerben dar. Im Zuge der ab September geplanten Sanierung ist vorgesehen, die alte Brücke komplett abzureißen und eine neue Wehrbrücke zu bauen. Außerdem erfolgt ab dem laufenden Monat Mai unterhalb des Einlasswehres eine komplette Sanierung des Deiches bis zur Landesgrenze - dabei handelt es sich um einen Abschnitt von rund zwei Kilometern. Er erhält, wie übrigens auch alle anderen Neubauten, eine Berme mit einem befestigten Deichverteidigungsweg.

Zufrieden zeigten sich die Begutachter größtenteils auch mit dem Zustand der Haveldeiche. "Alle im Juni 2013 vorgenommenen Deichschlitzungen sind wieder ordnungsgemäß verbaut worden. Bis auf die bei Warnau, wo sich noch einige Restarbeiten erforderlich machen. Der Deich erfüllt trotz dieser aber voll und ganz seinen Zweck", versicherte Reinhard Kürschner.

Im Juni beginnt die Deichrückverlegung bei Jederitz. Derzeit sind hier archäologische Grabungen im Gange. "Ich bin froh, dass wir nach langen Querelen endlich damit anfangen können", machte der Flussbereichsleiter deutlich. Unter anderem hätten notwendige Enteignungsverfahren diese Hochwasserschutzmaßnahme lange hinausgezögert. Parallel dazu würde aber auch der alte Polderdeich, an dem es Abrutschungen und Absackungen gegeben hatte, wieder ordnungsgemäß hergestellt.