Schönhausen l Vor knapp einem Jahr hatten sich die Rassekaninchenzüchter des Kreisverbandes Altmark-Ost letztmals in der Schönhauser "Elbaue" getroffen - genauer gesagt am 8. Juni. Da war hier die Welt noch in Ordnung, zwei Tage später brach der Deich in Fischbeck.

Am Sonnabend war die einst geflutete und nun wieder frisch sanierte Gaststätte wieder Anlaufpunkt der Zuchtfreunde, diesmal für den alljährlichen gemeinsamen Züchtertag der Kreisverbände Altmark-Ost und Jerichower Land. Zu Beginn standen Ehrungen auf dem Plan: Der Schönhauser Ernst Bellin ist seit 60 Jahren Züchter, weshalb er vom Landesvorsitzenden Mike Hennings zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Zu den Gratulanten zählte auch Kreisvorsitzender Dieter Schott aus Osterburg.

Nach vorn gerufen wurden im Anschluss Berndt Hoboy und Reinhard Lerche aus Möckern im Jerichower Land, sie sind seit 25 und 40 Jahren dabei, wofür es die silberne beziehungsweise die goldene Ehrennadel gab.

Beim Tätowieren ist Konzentration vonnöten

Zum Züchtertreffen gehört immer auch eine Tischbewertung, wobei fünf, sechs Kaninchenrassen von Preisrichtern unter die Lupe genommen werden. Wolfgang Hellwig aus Sandau hatte einen Rammler der Rasse weiße Neuseeländer mitgebracht - der erste, den er in diesem Jahr tätowieren ließ. Preisrichter Reiner Tietge aus Klötze fand das im Januar geborene Tier "vielversprechend", er würde es mit 8,6 oder 8,7 bewerten. Lediglich die Körperhaltung muss noch korrigiert werden, das Tier darf nicht so geduckt sitzen.

Jedes Zuchttier wird tätowiert, wofür es in jedem Verein einen Tätowiermeister gibt. Das ist nötig, damit die Abstammung im Zuchtbuch vermerkt wird. Über Einzelheiten informierte Helmut Halupka, Vorsitzender des Kreisverbandes Jerichower Land, in einem Vortrag. So kommt es oft zu Fehltätowierungen, wenn nicht konzentriert gearbeitet wird. Tätowiert wird in beide Ohreninnenseiten, im linken stehen Geburtsdatum und Zuchtbuchnummer der Rasse, rechts die Vereinsnummer.

So kam es vor, dass der Tätowierer vergaß, das aktuelle Jahr einzustellen. Solche falsch tätowierten Tiere sind für Ausstellungen nicht zugelassen - oder sie müssen nachtätowiert werden, was aber nachzuweisen ist.

Karl-Heinz Herrmann aus Salzwedel informierte über Linien- und Inzucht als Möglichkeiten der Fortpflanzung. Oft gibt es noch Skrupel vor der Inzucht, doch werden dabei vor allem gute Anlagen vererbt. Auch das muss natürlich dokumentiert werden.

Mike Hennings informierte zudem, dass ein Mitglied des Bundesvorstandes strafrechtlich verfolgt wird, weil es seine Kaninchen zwecks besserer Bewertung manipuliert hatte.

Der Kreisverband Altmark-Ost besteht aus acht Vereinen, im Kreisverband Jerichower Land sind 21 Vereine mit 222 Züchtern integriert. Am Treffen in Schönhausen hatten um die 50 Züchter teilgenommen.

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