Havelberg (as). Ab einem bestimmten Hochwasserstand der Havel funktioniert die Abwasserentsorgung für die Stadtinsel nicht mehr. Der Wasserstand im Kanal des Ringankers steigt zu hoch, weshalb die Stadtinsel jetzt vom übrigen Abwassersystem abgetrennt wurde. Gestern wurde damit begonnen, Abwasser abzufahren, sagte der Geschäftsführer des Wasserverbandes Havelberg Günter Hasstedt. Wie lange so verfahren werden kann, steht nicht fest. Ist das nicht mehr möglich, wird Mischwasser in die Havel geleitet – wie bereits beim Jahrhunderthochwasser 2002.

Seitdem ist das Problem bekannt. Ein technisches Konzept für den Hochwasserschutz der Anlagen wurde erarbeitet, der Förderantrag liegt beim Umweltministerium vor. Der Verband hofft auf finanzielle Unterstützung, vor allem auch mit Blick auf die mögliche Polderflutung zur Kappung des Hochwasserscheitels der Elbe. Eine Lösung, die dem Hochwasserschutz vieler dient und nicht allein von den Bürgern hier finanziert werden kann, wie Bürgermeister Bernd Poloski gestern beim Besuch des Spitzenkandidaten der Linken Wulf Gallert ansprach.

Eine Lösung muss außerdem her für die Regenüberleitungsbauwerke. Bei Hochwasser besteht die Gefahr, dass sie überflutet werden und Havelwasser ins Kanalnetz eindringt. Die Anlage am Bischofsberg steht kurz davor, außer Betrieb genommen zu werden.

1,2 Millionen Euro wären erforderlich, um die Anlagen des Wasserzweckverbandes vor Hochwasser zu schützen. "Wir haben baulich genehmigte Anlagen, die Kosten für Investitionen im Nachhinein können wir nicht alleine tragen", sagt Günter Hasstedt und hofft, dass es aufgrund dieser erneuten stärkeren Hochwassersituation bald weitere Gespräche mit dem Umweltministerium gibt.