Strahlende Gesichter empfingen vor einigen Tagen den Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft Wulkau, Gerd Schulz, im Wulkauer Kindergarten. Denn er hatte ein tolles Geschenk für die Einrichtung mitgebracht: 1500 Euro.

Wulkau l "Die Mitgliederversammlung der Jagdgenossenschaft hat beschlossen, in diesem Jahr dem örtlichen Kindergarten eine finanzielle Zuwendung zukommen zu lassen", erklärte Gerd Schulz. Nicht abgeforderte Pachten hätten die 1500-Euro-Spende möglich gemacht, sagte er.

Verstärkt Jagd auf Raubwild gemacht

Für die Jagdgenossenschaft Wulkau ist es bereits zu einer Selbstverständlichkeit geworden, in jedem Jahr Geld für einen gemeinnützigen Zweck im Dorf zur Verfügung zu stellen. Unter anderen war dadurch zum Beispiel die Jugendfeuerwehr zweimal Nutznießer von jeweils 1500 Euro, 300 Euro wurden für die 80-Jahr-Feier der örtlichen Wehr im vergangenen Jahr zugeschossen und 2000 Euro flossen in die Dachsanierung der Dorfkirche.

Mit den Mitteln für den Kindergarten Wulkau "können wir den Kindern nun einen großen Wunsch erfüllen", freuten sich die beiden Erzieherinnen Birgit Peters und Birgit Heinrich. "Wir wollen davon ein neues Klettergerüst für unseren Spielplatz kaufen. Denn das alte ist seit längerer Zeit kaputt und nicht mehr nutzbar."

Gerd Schulz informierte im Gespräch mit der Volksstimme auch kurz über die Arbeit der Jagdgenossenschaft im zu Ende gegangenen Jagdjahr 2013/2014. Wie auch anderswo im Elbe-Havel-Land hätte die Pächtergemeinschaft, zu der fünf Pächter und ein Begehungsscheininhaber gehören und die eine Fläche von rund 1440 Hektar bewirtschaften, die Auswirkungen der Flutkatastrophe 2013 deutlich zu spüren bekommen. "Als Ausgleich für die Ausfälle hat die Mitgliederversammlung beschlossen, der Pächtergemeinschaft 1500 Euro zur Verfügung zu stellen", so der Vorsitzende. Weil der Flut vor allem zahlreiche Rehe zum Opfer fielen, wurden diese ab Juni 2013 nicht mehr bejagt. Die Jäger konzentrierten sich mehr auf den Abschuss von Raubwild. Unter anderem erlegten sie 106 Waschbären, 15 Füchse, acht Marderhunde, fünf Dachse und vier Minke. Vor dem Hochwasser gehörten auch sechs Rehe zur Strecke. Stark kritisiert wurde auf der Versammlung, dass trotz der Schonzeit für Rehe eine Landesjagd auf diese im Jederitzer Holz stattfand. "Wir hatten daraufhin Beschwerde bei den Vorsitzenden der Fraktionen im Landtag und beim Landwirtschaftsminister eingelegt", berichtete Gerd Schulz. Immerhin sei dadurch eine zweite geplante Landesjagd abgesagt worden.