Kamern l In Sachsen-Anhalt absolvieren jährlich rund 175 junge Leute im Alter von 16 bis 26 Jahren das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ). Neben fünf praxisbezogenen Bildungsseminaren, die auch zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch dienen, gibt es einen Landesaktionstag. Dieser fand vergangene Woche im Grünen Haus in Kamern statt. Von Montag bis Donnerstag waren 48 Teilnehmer im Garten der Umweltbildungsstätte in Aktion, um mitzuhelfen, weitere Flutschäden zu beseitigen.

Zum Aktionstag begrüßten die Vertreter der Träger des FÖJ in Sachsen-Anhalt, Annelie Borgmann von den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten und Simone Fauter von der Stiftung für Umwelt, Natur- und Klimaschutz, gemeinsam mit Stefanie Wischer vom Grünen Haus am Mittwoch zahlreiche Gäste, die mit dem FÖJ etwa durch Stiftungsarbeit oder im Landwirtschaftsministerium zu tun haben. Darunter auch die Landtagsabgeordneten Ralf Bergmann (SPD) und Dorothea Frederking (Bündnis 90/Die Grünen), die nach dem Erfahrungsaustausch einen Busch Salbei in die neu gebaute Kräuterspirale pflanzten.

FÖJ-Sprecher und weitere junge Leute berichteten von ihren Erfahrungen innerhalb des freiwilligen Jahres. "Man lernt auch viele praktische Dinge", erzählte Nina, die seit der Arbeit im Grünen Haus nun auch weiß, wie Mörtel anzumischen ist. Auch für die Berufswahl kann solch ein freiwilliges Jahr sehr nützlich sein, erklärte André. Entweder wird man in seinem Berufswunsch gefestigt oder man schlägt eine andere Richtung ein. "Auf jeden Fall hat man im FÖJ was für die Umwelt getan." Das ist im Land in über 50 Einsatzstellen möglich. Nationalparks, Biosphärenreservatsverwaltung, Umweltzentren, Ökodörfer und -gärten, Tierheime, Biohöfe oder auch der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) gehören dazu. LHW-Chef Burkhard Henning berichtete beim Aktionstag, dass er Kamern sehr gut kennt und immer wieder gern hierher zurückkehrt. Einst hat er im Sommer das Kinderferienlager des Fleischkombinates geleitet.

Das Grüne Haus ist ebenfalls Einsatzstelle und es fanden auch schon FÖJ-Seminare statt. Stefanie Wischer berichtete, dass sie sehr gute Erfahrungen mit FÖJ-lern gemacht hat und freute sich, dass ihre Einrichtung für den Landesaktionstag ausgewählt wurde. Anhand von Fotos zeigte sie die Ausmaße der Flut. Inzwischen ist die Bildungsstätte, in der das Wasser einen Meter hoch stand, wieder in Betrieb. Arbeit gibt es noch genug. Einen Teil davon im Außenbereich übernahmen die jungen Leute. Barfußpfad, Kompost, Insektenhotel, Kräuterspirale, Hochbeet gehörten zu den Projekten. Außerdem pflanzten sie für Bäume, die die Flut nicht überstanden hatten, neue und säuberten den Strandbereich, damit die nach ihnen kommende Kindergruppe ordentlich baden kann.

   

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