Für ihr Studium brauchte die junge Frau einen Praktikums-Platz und bewarb sich in der Töpferei von Ute Schröter. Seit drei Monaten arbeitet sie jetzt in der Werkstatt mit, drei weitere folgen noch. Nach der ersten Halbzeit zieht Mandy Mucha Bilanz.

Von Nelly Simon

Havelberg. Jeden Tag packt Mandy Mucha fleißig in der Töpferei am Dom mit an. Dort macht die 19-Jährige gerade ein Praktikum. Und auch wenn dies ein unbezahltes ist, kommt sie immer motiviert und gut gelaunt zur Arbeit. "Ich finde es toll hier. Denn es wird nicht zwischen Praktikant und Angestellten unterschieden. Wir sind wie eine kleine Töpfer-Familie", schwärmt Mandy. Sie erzählt, wie sie zu dieser Stelle gekommen ist: "Ich musste für mein Studium ein Praktikum im handwerklichen Bereich absolvieren und da dachte ich natürlich gleich an die Töpferei." Mit ihrer Bewerbungsmappe spazierte sie in den Laden und wollte ihre zukünftige Arbeitgeberin und Inhaberin Ute Schröter von sich überzeugen. "Die war ausgerechnet an diesem Tag nicht da." Mandy ließ ihre Unterlagen dort und hoffte, es würde sich deshalb bald jemand bei ihr melden. "Ein paar Tage später bekam ich einen Anruf von Frau Schröter. Sie sagte mir zu."

Das ist jetzt drei Monate her. So lange arbeitet die junge Havelbergerin nun schon in der Töpfer-Werkstatt. Sie geht den anderen Mitarbeitern zur Hand, glasiert und durfte sich sogar schon am Drehstuhl probieren, an dem der Ton mit den Händen in Form gebracht wird. "Das ist gar nicht so einfach, wie es aussieht", lacht sie und fügt hinzu: "Dafür braucht man viel Kraft in den Armen." Einige Schalen hat Mandy bereits selbst hergestellt. "Die durfte ich mit nach Hause nehmen", sagt sie stolz.

Auch bei der Organisation für den Havelberger Adventskalender 2010 hatte sich Mandy im Namen der Töpferei mitbeteiligt. Sie hat die Termine geplant und mit viel Mühe alle Tiere aus Pappe gebastelt. "Ich war zwei Wochen nur mit der Vorbereitung der Papp-Aufsteller beschäftigt. Aber es hat Spaß gemacht."

Die Leidenschaft für das Basteln, Zeichnen und Werkeln hatte sie früh entwickelt. "Schon im Kindergarten", erzählt die junge Frau. Später besuchte sie ein Kunst-Gymnasium in Löbejün-Wettin, zog dafür von zu Hause weg in ein Internat. Jetzt ist sie wieder zurück in Havelberg und plant ihre Zukunft. Was sie werden möchte, weiß sie ganz genau: Produktdesignerin. "In diesem Job steht mir vieles offen. Ich könnte später Autos oder auch Möbel designen."

Für ihren Traumberuf hat sie sich bei mehreren Universitäten beworben. Eine Zusage von Kiel lag bereits in ihrem Briefkasten. Mandy wartet jedoch noch auf die Antworten der anderen Universitäten, bis sie sich endgültig für eine entscheidet.

Doch bevor es an den Campus geht, ist noch ein bisschen Zeit. Die nächsten drei Monate lang wird sie ihr handwerkliches Geschick weiter in der Töpfer-Werkstatt am Dom unter Beweis stellen. Im Moment tüftelt sie an kleinen Ton-Figuren, die für einen Pokal angefertigt werden sollen. Nach einer Vorlage gestaltet sie aus roher Tonmasse ein rennendes Männchen in Sportuniform. Dass sie bei der Töpferei am Dom ganz viel für ihr Studium gelernt hat und noch lernen kann, davon ist Mandy ganz fest überzeugt.