Der Schnee, der ab dem 20. Dezember in Massen fiel, ist inzwischen längst weggetaut. Doch die Folgen sind in den Wäldern wohl noch lange zu besichtigen: durch Schnee- und Eisbruch umgestürzte Bäume – vor allem an den Waldwegen.

Kamern. "Etwa 800 Festmeter Schneebruch sind in meinem Revier angefallen", schätzte Revierförster Heinz Carben aus Kamern. Werden die Bäume nicht bald fortgeräumt, könnte der Schaden bald noch größer werden, denn in trockenen Sommern drohen den geschwächten Bäumen Käferplagen. Dann könnten von den Waldbesitzern im 4000 Hektar großen Revier womöglich bis zu 500 weitere Festmeter abgeschrieben werden.

"Die größten Schäden sind an den Rändern von Kiefernjungbeständen entstanden", so Heinz Carben. Doch auch in älteren Beständen brachen starke Äste oder Kronen ab. Nasser Schnee war an Ästen und Zweigen festgefroren und konnte nicht mehr abrutschen.

Das Schadholz muss nun aufgearbeitet werden. Zuerst müssten dazu die Hauptwege geräumt werden, so der Förster, damit die Technik in den Wald kommt. Ein großes Problem ist die Finanzierung dieser Aktion. Das Bruchholz kann maximal zu Heizhackschnitzeln verarbeitet werden. Doch können die Waldbesitzer für den geringen Verkaufserlös keine Firma beauftragen. Solche Arbeiten seien darum ein gutes Aufgabengebiet für ABM-Kräfte, so Heinz Carben.

Sehr wahrscheinlich könnte es, falls die geschädigten Bäume stehen bleiben, in der warmen Jahreszeit wieder zu einer Käferplage kommen. Heinz Carben denkt dabei vor allem an den Blauen Kiefernprachtkäfer. Sind die umgestürzten jungen Bäume oder jene mit Schäden aus dem Bestand entfernt, finden die rindenbrütenden und holzentwertenden Schädlinge weniger Brutmöglichkeiten.

Im Revier des Försters aus Kamern werden etwa 2100 Hektar Waldfläche betreut, der Förster organisiert und veranlasst also sämtliche Forstarbeiten. Diese Flächen gehören den 210 Waldbesitzern, die in den drei Forstbetriebsgemeinschaften Kamern, Schönfeld und Schollene organisiert sind. Alle anderen Waldbesitzer werden von ihm lediglich beraten.

Eine Kiefer braucht etwa 120 Jahre, bis sie ihr Nutzungsalter erreicht hat, ein Förster muss also über Generationen vorausdenken. Manche Waldbesitzer denken leider nur ans schnelle Geld und lassen angesichts des derzeitigen Holzhungers Bäume vorher fällen. Immerhin vier große Werke in der näheren Umgebung haben Bedarf. Den Schaden haben die nächsten Generationen, denn für alte Kiefern wären die Erlöse höher gewesen. – Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Heinz Carben appelliert auf dem Wege an die Waldbesitzer, ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Denn grundsätzlich darf der Wald von Jedermann zum Zwecke der Erholung auch außerhalb der Wege betreten werden. Für Kraftfahrzeuge ist der Wald gesperrt, bis auf die öffentlichen Waldwege.