In den nächsten Tagen soll es losgehen: Für das Infozentrum Natura 2000, das inzwischen den Namen "Haus der Flüsse" erhalten hat, beginnen die Bauarbeiten. Zunächst finden Gründungsarbeiten für das Gebäude und den Steg statt.

Havelberg l Was in der Vergangenheit als Infozentrum Natura 2000 bezeichnet wurde, trägt nun den Haupttitel "Haus der Flüsse". Die Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe als Projektträger hat damit unter anderem dem Wunsch des Buga-Zweckverbandes entsprochen, nach einem Namen zu suchen, der möglicherweise besser auf den Inhalt des Infozentrums aufmerksam macht. Die Reservatsverwaltung, die bereits seit 2004 im Beguinenhaus mit einer Informationsstelle in der Hansestadt vertreten ist, hat sich zum Ziel gesetzt, zur Buga das neue Infozentrum zu eröffnen, denn die Infostelle erweist sich schon seit längerem als zu klein, um dem Informationsbedarf der Besucher zu entsprechen.

Entsorgung der Altlasten hat Priorität

"Das ,Haus der Flüsse` ist ein verzahntes Projekt mit dem Nabu-Havelarm und der Insel und nicht nur zur Buga gedacht, sondern für den Langzeitbetrieb als Infozentrum ausgewiesen", sagt Projektleiter Armin Wernicke von der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe, der seinen Sitz in Ferchels hat. Auf dem Gelände des ehemaligen Betonsteinwerkes in der Elbstraße, das die Stadt Havelberg für das Infozentrum sowie den Buga-Großparkplatz zurückgebaut hat, werden in den nächsten Tagen erste Arbeiten beginnen. Projektvorbereitung und aufwendige Genehmigungsverfahren im Bereich der Wasserstraße der Havel haben viel Zeit beansprucht. "Nun haben wir erste Leistungen vergeben", berichtet Armin Wernicke gestern im Gespräch mit der Volksstimme.

Zunächst gilt es jedoch, den Aushub für den Altarm zu entsorgen. Bodenproben hatten belastetes Material ergeben, das entsprechend entsorgt werden muss. Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, beim Land einen Fördermittelantrag zu stellen. Es gibt einen Altlastensanierungsfonds, der eine hundertprozentige Kostenübernahme ermöglicht, so dass der Stadt keine Kosten entstehen.

"Wir wollen unverzüglich mit dem Aushub für die Gründung der Steganlage und das Haus beginnen", erklärt der Projektleiter. Die Gründung für das "Haus der Flüsse" ist an eine Havelberger Firma vergeben worden. Eine andere wird die Gründung für die Steganlage und deren Bau übernehmen. Der Steg führt über den Altarm auf die Insel. Von einer Plattform aus können die Besucher die Insel betrachten und auch auf einer Bank sitzen. Die Insel selbst soll nicht betreten werden. Dort sind noch Bepflanzungen vorgesehen, sie soll aber weitgehend sich selbst überlassen sein.

Sollte auch beim Aushub für die Gründungen belastetes Material zum Vorschein treten, ist für dessen Entsorgung vorgesorgt. Finanzierungsprobleme erwartet Armin Wernicke nicht. Die Zeit drängt. Zwar ist das Haus eine Holzkonstruktion, die vorgefertigt wird. Doch müssen die Bauarbeiten nun beginnen, damit auch wirklich alles rechtzeitig zur Buga-Eröffnung im April 2015 fertig ist.

Richtfest voraussichtlich im September

"Viele Dinge haben wir parallel angeschoben. Ich denke, dass wir im September Richtfest feiern können", so Armin Wernicke. Die Baustelleneinrichtung soll nächste Woche erfolgen. Für den Bau des Steges war zunächst angedacht, einen Damm im freigelegten Altarm zu schütten. Die Baufirma prüft aber, ob sie mit ihrer Bohrtechnik vom Wasser aus tätig werden kann. Inhaltlich wird derzeit an den verschiedenen Informationen gearbeitet, die das "Haus der Flüsse" künftig Jung und Alt bietet. Das Grobkonzept steht, vieles wird unter Verwendung multimedialer Möglichkeiten präsentiert.