Gefährliche Hinterlassenschaften der letzten Kriegstage fanden sich gestern auf der Baustelle in Kuhlhausen an: Etliche scharfe Panzerfäuste wurden im Graben neben der Straße gefunden.

Kuhlhausen l Die Männer der Munitionsbergungsfirma mussten gestern schon das zweite Mal anrücken: Im alten Graben neben der Straße, der künftig das Regenwasser aufnehmen soll und nun profiliert wurde, hatten die Verteidiger von Kuhlhausen im Mai 1945 ihre Munition zurückgelassen. Drei Stahlhelme und über ein Dutzend scharfe Panzerfäuste wurden von den beiden Experten entdeckt. Die Munition ist auch 69 Jahre später noch immer lebensgefährlich.

Ungeachtet dieser ungeplanten Funde liegen die Arbeiten an der neuen Ortsdurchfahrt im Zeitplan. Gestern wurden die Frostschutz- und Schottertragschicht aufgetragen, zudem war Bauberatung: Jeden Mittwoch ab 9.30 Uhr können Anwohner ihre Probleme am gelben Container vorm Gerätehaus vortragen.

Neue Ortsdurchfahrt wird sechs Meter breit

Die Firma Deichsel aus dem brandenburgischen Steckelsdorf hatte zuvor bereits in Warnau und Garz gearbeitet, mit Kuhlhausen steht nun die letzte Straßensanierung im Havelwinkel an. Auf 738 Metern lässt die Landesstraßenbaubehörde die Ortsdurchfahrt erneuern, die Asphaltstraße wird sechs Meter breit. Wegen der komplizierten Umleitung wird in zwei Abschnitten gebaut, die Grenze ist an der Feuerwehr. Jetzt wird über den Strauken umgeleitet, später dann über den alten Stützpunkt, erklärte Bauleiter Siegbert Röhl von der Landesbaubehörde.

Im ersten Abschnitt, der 360 Meter lang ist, wurden die Borde und Rinnen inzwischen fast durchgehend gesetzt. Kurz vor der Feuerwehr steht den Arbeitern dabei allerdings noch ein Strommast im Wege, er wird am Freitag mit einem weiteren Mast umgesetzt. In der Vorwoche waren bereits Telefonmasten umgesetzt worden.

In der letzten Juniwoche wird die erste Asphaltschicht aufgetragen, die Tragschicht. Die Deckschicht wird erst aufgebracht, wenn auch der zweite Bauabschnitt mit der Tragschicht versehen wurde. Laut Plan sollen im September die Arbeiten beendet sein, wozu auch das Umsetzen der Friedhofsmauer gehört, denn dort kommen Parktaschen hin.

Die Sanierung kostet insgesamt 831000 Euro, davon werden 422000 Euro von der EU gefördert, die Stadt Havelberg schießt 198000 Euro für den Bau der Nebenanlagen zu.

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