Das vierte Klassentreffen der Zehntklässler an der Havelberger Pestalozzischule von 1964 war ein ganz besonderes: 50 Jahre nach Schulschluss sahen sich die Klassenkameraden wieder.

Von Wolfgang Masur

Havelberg l Am Wochenende hatten sich 18 der einst 23 Schüler in der Domstadt eingefunden. Die Organisation lag wieder in den Händen von Roswita Schultze, Monika Klose, Edeltraut Selle und Gerd Bauer. "Es werden von Jahr zu Jahr weniger Teilnehmer. Einige weilen leider nicht mehr unter uns, das macht traurig, in unseren Gedanken und Erinnerungen sind sie aber dabei", so Edeltraut Selle.

Mit dem "Elbkaiser" gingen die ehemaligen Schüler zunächst auf eine Tour entlang der Havel. Hier gab es nicht nur die unberührte Natur zu bewundern, sondern auch schon viel zu erzählen. Einige der in Havelberg Geborenen haben zwar noch engeren Kontakt zu ihrer Heimatstadt, aber über die Jahre verändert sich natürlich sehr viel.

Nur die Decke der Aula ist die alte geblieben

Von den Lehrern war Martin Scheffel mit von der Partie. "Die Lehrer hatten es gut mit uns. Wir waren diszipliniert", so die einstimmige Meinung der Schüler, mit dem augenzwinkernden Zusatz, "bis auf ein paar kleine Streiche".

Der stellvertretende Schulleiter der Sekundarschule, Ulrich Gruber, führte die Teilnehmer des goldenen Klassentreffens nach der Dampferfahrt durch ihre frühere Schule, die inzwischen zu einem modernen Schulzentrum geworden ist. Das Staunen nahm kein Ende. Bis auf die historische Decke in der früheren Aula sind alle alten Farben in den Fluren und Treppenläufen verschwunden. "Da könnte man glatt noch einmal zur Schule gehen", meinte scherzhaft der Havelberger Gerd Bauer. Er war es dann auch, der beim anschließenden Treffen in einer Gaststätte Lichtbilder zeigte. Fotos von einst und von heute sowie von den vergangenen Klassentreffen sorgten für Erstaunen und Gesprächsstoff. Es wurden weitere Privatfotos angeschaut, Anekdoten erzählt - ganz nach "Weißt du noch?" wurde die Vergangenheit in die Gegenwart geholt.

Zur Buga 2015 will Christel Bothe wiederkommen

Die weiteste Anreise mit 530 Kilometern hatte bei diesem Klassentreffen Christel Bothe. Sie war aus Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen) in die Hansestadt gekommen. "Ich bin seit 22 Jahren aus Havelberg weg, habe durch meine Halbschwester aber noch engen Kontakt zur Heimat und bin zum ersten Mal beim Klassentreffen dabei." Nach 16 Jahren, die sie in Havelberg gelebt hat, ist ihr die Begeisterung für diese schöne Region aber immer noch anzumerken. "Die Dampferfahrt war einfach nur ein Traum, denn diese unberührte Natur haben wir am Rhein nicht. Ich freue mich einfach nur, wieder hier zu sein und werde bestimmt zur Bundesgartenschau 2015 mit meinem Lebensgefährten eine große Bugatour unternehmen."

Der Abend ging viel zu schnell zu Ende, denn es gab ja noch so viel zu erzählen.

Ob Heimweh oder generell die Liebe zur Heimatstadt, darüber lässt sich bei Manfred Wesenberg streiten. Denn er kam, nachdem er 30 Jahre aus Havelberg verschwunden war, wieder zurück in die Domstadt. "Ich fühle mich wieder wohl hier und es gibt noch genug alte Freunde!"

Das nächste Klassentreffen findet 2016 statt.

 

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