Bereits 150 Mal hat der Havelberger Otto Hofmann kostenlos Blut gespendet. Seine Hilfsbereitschaft ist zudem in der Havelberger Tafel gern gesehen, wo er seit sechs Jahren tatkräftig unterstützt. Dafür hat er sich den Blumenstrauß des Monats Juni verdient.

Havelberg l Wenn der DRK Ortsverein in der Hansestadt zur Blutspende einlädt, gehört Otto Hofmann zu den Stammspendern. Schon seit seinem 18. Lebensjahr gibt der heute 64-Jährige gern was von seinem kostbaren Lebenssaft ab, um anderen zu helfen. Damals gab es noch Geld dafür, was für den jungen Mann ein willkommenes Taschengeld war. 48 Mark wurden pro Spende bezahlt. Davon waren drei Mark für das Frühstück gedacht.

"Mit diesen Spenden komme ich auf bald 200. Als es kein Geld mehr für die Blutspende gab, bin ich trotzdem dabei geblieben. Schließlich kann auch ich mal in die Situation kommen, Blut zu benötigen. Da ist es gut, wenn es Spender gibt", erklärt er sein weiteres Engagement. "Außerdem tut man was für die eigene Gesundheit, denn das Blut wird ständig untersucht", nennt er einen weiteren Beweggrund. Mit seiner Blutgruppe null-negativ hat er eine begehrte, denn sie ist im Notfall universell einsetzbar. Einmal wurde er schon vom Krankenhaus angerufen, um für einen Patienten schnell Blut zu spenden.

Als die Volksstimme vor kurzem über die 150. Spende berichtete, war das für den Vorsitzenden der Havelberger Tafel Anlass, Otto Hofmann für den "Blumenstrauß des Monats" vorzuschlagen. Denn auch bei der Tafel ist seine Hilfe nicht wegzudenken. "Otto ist der Mann für alles", sagt Gerhard Imig kurz und knapp, dass sich der Geehrte für keine Arbeit zu schade ist und immer da ist, wenn er gebraucht wird. So war es auch am Mittwoch keine Frage für ihn, zur Tafel zu fahren, obwohl er frei hatte. Gerhard Imig hatte ihn um Hilfe beim Abladen einer größeren Lieferung gebeten. Doch das war dieses Mal nur ein Vorwand, Otto Hofmann fuhr mit einem großen Blumenstrauß nach Hause.

Vor rund sechs Jahren kam er zur Tafel. Er hatte einen Ein-Euro-Job, um mit anderen das Gebäude neben der Polizei am Propsteiplatz als neues Domizil der Tafel herzurichten. Aufräumen der Baracke, Malern, draußen Unkraut entfernen und anderes mehr gehörte zu den Aufgaben. Er engagierte sich zudem ehrenamtlich. Noch bis November ist Otto Hofmann über die Bürgerarbeit beim Verein beschäftigt. Doch ist er darüber hinaus viele weitere Stunden für die Tafel tätig, schaut nicht auf die Uhr. "Auch nach der Bürgerarbeit mache ich hier weiter", sagt Otto Hofmann. Neben der Blutspende ein weiterer guter Grund aus Sicht des Tafel-Vorsitzenden, ihn für sein ehrenamtliches Engagement zu ehren.

Ohne freiwillige Helfer wäre die Tafel nicht denkbar. Es sind um die 20 Leute, die wöchentlich dafür sorgen, dass rund 300 Personen mit Lebensmitteln versorgt werden. Müsste die Tafel nur von den Märkten der Region leben, würden die Waren nicht reichen. Doch mit Hilfe anderer Tafeln können jeden Sonnabend Lebensmittel verteilt werden. Allerdings bedeutet das oftmals weite Fahrstrecken.

Otto Hofmann macht die Arbeit viel Spaß. Da ist das Tafel-Team, das zusammenhält und sich gut versteht. Und da sind die Tafel-Kunden. "Wenn man sieht, dass die Leute sich freuen und dankbar sind, ist das eine große Freude." Ärgerlich ist für ihn ebenso wie für die anderen Mitstreiter, dass oftmals über einen Kamm geschert wird. So werden Spenden abgelehnt, weil man damit Biertrinker unterstütze. Dabei gibt es das strikte Gebot bei der Tafel, dass alkoholisierte Personen keine Lebensmittel erhalten. Otto Hofmann gehört zu denjenigen, die das genau kontrollieren. Am 1. Juli blickt die Tafel auf ihr achtjähriges Bestehen zurück. Dringend werden Nachfolger gesucht, denn viele der Ehrenamtlichen sind um die 70 Jahre alt. Wer unterstützen möchte, kann sich bei Gerhard Imig melden.

Wem möchten Sie für sein ehrenamtliches Engagement danken? Rufen Sie uns unter 039387/76821 an oder schicken Sie eine Mail an redaktion.havelberg@volksstimme.de