Kamern (asr) l Jede Menge Blumen und Geschenke nahm Wehrleiter Jürgen Brandt bei der abendlichen Festveranstaltung für seine Wehr entgegen. Dabei waren es die Kamernschen, die an diesem Tag Danke sagen wollten. Sie freuten sich, dass so viele den teilweise sehr weiten Weg aus dem Allgäu, dem Schwarzwald oder dem Norden des Landes nach Kamern auf sich genommen haben, um nach einem Jahr wieder an der Stelle zu sein, wo sie im Juni 2013 so große Hilfe geleistet hatten. "Es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die bereit sind, zu helfen - mit Tatkraft und mit Geld. Das ist eine wertvolle Erfahrung, die wir machen konnten", wandte sich Jürgen Brandt an die Geladenen.

Die gaben den Dank zurück: "Ich zolle Euch meine Hochachtung, dass Ihr trotz der bedrohlichen Lage gegen die Flut gekämpft habt, um noch größeren Schaden abzuwenden", erklärte Uwe Wiechert aus Rendsburg-Eckernförde. Und Claus Geiselhardt vom THW Villingen-Schwenningen: "Es war uns eine Ehre, nach Kamern zu kommen. Die Gastfreundschaft, die wir hier erleben durften, ist keine Selbstverständlichkeit!"

Jürgen Brandt ist den Kamernschen und allen Helfern dankbar, "denn es lohnt sich immer zu kämpfen! Hätten wir das nicht getan, wären wir jämmerlich abgesoffen!" Hilfe von offizieller Stelle gab es erst Tage später, als die Kamernschen schon selbst wirksame Entscheidungen getroffen hatten, um ihr Dorf zu retten.

Caren Pfundt, die stellvertretend für den verhinderten Bürgermeister Klaus Beck die Grüße der Gemeinde überbrachte, wünscht sich, dass sich die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr weiter vorteilhaft entwickelt.

Michael Schneider vom Landkreis, auch die Grüße des Landrates Carsten Wulfänger überbringend, bekommt heute noch eine Gänsehaut, wenn er an die Tage im Juni denkt. Nicht nur die Flut, sondern auch alle anderen Einsätze und Initiativen der Feuerwehr machen immer wieder deutlich, dass das Ehrenamt eine tragende Säule jeder Gemeinde ist. Er beglückwünschte die Kamernsche Feuerwehr zu ihrem 80. Jubiläum. Das tat auch Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich. Er resümierte: "Die Flut hat gezeigt: Wenn wir zusammenstehen, können wir viel erreichen! Das Ehrenamt auszuführen, ist nicht alltäglich." Auch Gemeindewehrleiter Karl-Heinz Pick zollte den Kamernschen Anerkennung für den Einsatz nicht nur im Sommer 2013, sondern tagtäglich rund um die Uhr.

Schon 1909 wurde ein Feuerlöschverband gebildet

Die Festveranstaltung bot einen guten Rahmen, um zurückzublicken. Allerdings ist die Chronik der 1934 gegründeten Wehr etwas lückenhaft, durch die Kriege ging vieles verloren. Christoph von Katte hat sich die Mühe gemacht, in Archiven zu forschen. Auch wenn er die Gründungsurkunde bisher nicht gefunden hat, präsentierte er beim Festempfang doch Interessantes. So brachte er in Erfahrung, dass bereits 1909 ein Feuerlöschverband zwischen der Gemeinde Kamern und dem Rittergut Hohen Kamern, wo zu diesem Zeitpunkt die Familie seines Großvater lebte, gebildet wurde - also der Vorläufer der Feuerwehr. Die Gründung fand auf einer Sitzung der Gemeindevertretung mit zwölf anwesenden Mitgliedern am 19. März statt. Die 105 Jahre alte Urkunde ist unterschrieben vom Gemeinde-Vorsteher Schulze. Eine Ablichtung des im Landeshauptarchiv liegenden Dokumentes schenkte Christoph von Katte der Feuerwehr.

Ehrenmedaille für Mitglieder des THW

Nach dem geschichtlichen Rückblick gab es Blumen und Geschenke von den anwesenden Wehren der Region und dem Salzwedeler Bereich, von den Weitgereisten und auch von den Ortsgruppen des THW aus Nordrhein-Westfalen. Zehn Mitgliedern des THW Villingen-Schwenningen verliehen Uwe Schneider und Ringhard Friedrich im Auftrag des THW-Landesverbandes die vom Bundesinnenminister herausgegebene "Ehrenmedaille Fluthilfe 2013" für besonders aufopferungsvolle Hilfe und Abwehr von Gefahren.

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