Nitzow l Der Erdboden vibriert, als der Pionierpanzer Dachs seinen 830 Pferdestärken starken Dieselmotor aufheulen lässt. Der 43 Tonnen schwere Koloss setzt sich dennoch recht elegant in Bewegung, um am Havelufer an der dynamischen Waffenschau teilzunehmen. Die Dachse der Bundeswehr waren im Vorjahr auch bei der Flutkatastrophe gefragt - einige Landstraßen mussten aufgerissen werden, um dem Wasser den Weg zu bahnen.

Vorweg fahren zwei Schützenpanzer namens Fuchs, deren Soldaten den Einsatz sichern. Um zum Ziel zu gelangen, muss der Biber als Brückenlegepanzer in Aktion treten. Er bringt 45 Tonnen auf die Fahrbahn, genausoviel Gewicht kann seine zehn Tonnen schwere Brücke tragen. Nach deren Bau ist der Biber der erste, der hinüber fährt. Dann folgen die Füchse. Sie stoppen vor einem Bunker. Soldaten schwärmen aus und gehen in Stellung, zwei von ihnen begeben sich zum Bunker und sprengen dessen Eingang.

Natürlich werden in der Folge auch die Motorboote vorgeführt, sie können sich sogar auf der Stelle drehen. Achtgeben müssen die Zuschauer, die zu nah am Ufer stehen - die Wellen schwappen recht hoch aufs Land, so wird man auch noch von unten nass.

Anschließend dürfen die Kinder die Boote in Beschlag nehmen, doch hindert sie der Regen vorerst daran. Da sind die Knirpse in der Betreuungsstation besser aufgehoben, wo Sanitäterinnen die Gesichter schminkten oder mit den Kindern spielen. Die Hopseburg ist zum Glück überdacht, so kann auch sie trotz der Schauer genutzt werden.

Interessant ist für die Größeren der Manipulator, den Major Andreas Meyer vom Zentrum für Kampfmittelbeseitigung aus Stetten am kalten Markt mitgebracht hatte. Das ferngesteuerte Gerät kann zur Aufklärung eingesetzt werden sowie für leichte Arbeiten. Im kommenden Jahr werden auch die Havelberger Pioniere damit ausgerüstet.

Sichere Rettungsstation

In Zelten warteten die Mitarbeiter des Sanitätszentrums auf interessierte Gäste. Im Vorzelt kann ein Intensivbehandlungsplatz eingerichtet werden, weitere sieben Tragen finden hier zudem Platz. Sicherer ist es jedoch in der auf einem Lkw befindlichen Rettungsstation - sie ist gepanzert. "Hier können auch kleine chirurgische Eingriffe vorgenommen werden", erklärt Sanitäterin Katharina Gaßmann.

Beim Tag der offenen Tür in Nitzow dabei waren auch die Wasserschutzpolizei, die Wehren aus Havelberg und Nitzow sowie die Rettungshundestaffel des DRK.

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