Havelberg l Wer im Kreis Stendal einen Termin bei einem Orthopäden benötigt, muss sich unter Umständen auf lange Wartezeiten einstellen. Für etwas Linderung ist mit der Praxis für Orthopädie im Medizinischen Versorgungszentrum MVZ des Havelberger Krankenhauses gesorgt. Die Kassenärztliche Vereinigung KV hat eine halbe Stelle genehmigt. Dass dies mit dem Abschluss der Ausbildung von Thomas Vitense zum Schmerztherapeuten zeitlich zusammenfiel, freut Verwaltungsdirektorin Diana Möller.

Facharzt hat zusätzliche Ausbildung abgeschlossen

"Wir sind dadurch noch besser in der Lage, unsere Patienten ganzheitlich zu betreuen", sagt sie und berichtet von der Physio- und Ergotherapie, die in Kürze ebenfalls eröffnen wird. Die ersten orthopädischen Sprechstunden, die bereits sehr gut angenommen worden sind, stimmen sie optimistisch, dass die KMG auf dem richtigen Weg ist. Im MVZ sind nun Allgemeinmedizin, Chirurgie und Orthopädie im Angebot. Die technische und personelle Ausstattung des Krankenhauses ermöglicht eine umfassende Behandlung.

Die Verzahnung des stationären und ambulanten Angebotes ist eine gute Sache, die den Patienten zugute kommt. Das sieht auch Thomas Vitense so. "Wir können interdisziplinär tätig werden", sagt der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und Schmerztherapeut, der von der KV auch die Berechtigung hat, manualtherapeutisch tätig zu sein. Somit können alle orthopädischen Erkrankungen behandelt werden und die erforderlichen Behandlungsschritte mit allen Beteiligten abgestimmt werden.

Einen Vorteil für den Patienten sieht er darin, dass der Kontakt zum Arzt bereits aus der ambulanten Sprechstunde besteht und Vertrauen aufgebaut werden kann. Ergänzt wird das Angebot durch die Physio- und Ergotherapie sowie Rückenschule im Haus. Seit Januar ist zudem eine Psychologin im Krankenhaus tätig, die bei der Behandlung vor allem von chronischen Erkrankungen ebenfalls eine Rolle spielt.

Psyche und Körper gehören zusammen

"Psyche und Körper gehören zusammen, das haben wissenschaftliche Studien der vergangenen Jahre gezeigt", erklärt Thomas Vitense. Noch nicht alle Krankenhäuser bieten diese ganzheitliche Behandlung an. Die multimodale Schmerztherapie spreche vor allem chronische Patienten an. "Mit der orthopädischen und Schmerztherapie ist eine modernere und fachgerechtere Behandlung möglich. Man guckt mit anderen Augen auf die Erkrankung", sieht er den Unterschied nach seiner Ausbildung zum Schmerztherapeuten. Der 46-Jährige ist froh, mit der KMG ein Klinikum gefunden zu haben, das dieses Konzept aufgegriffen hat und umsetzt.

Der aus der Uckermark stammende Mediziner, der jetzt in Garz zu Hause ist, hatte 2003 als Facharzt bei der KMG in Kyritz begonnen und war dann acht Jahre in Stendal und Genthin im Johanniter Krankenhaus tätig. Vor zweieinhalb Jahren kam er zur KMG nach Havelberg, wo er als Oberarzt in der Chirurgie tätig ist. "Ich habe ein Konzept erstellt und die KMG hat mir die zwölfmonatige Ausbildung zum Schmerztherapeuten ermöglicht", berichtet er. Mit drei Fachärzten für Chirurgie und Orthopädie sieht er die Abteilung im verhältnismäßig kleinen Havelberger Krankenhaus gut aufgestellt.

Hinzu kommt die enge Verbindung zum Klinikum in Kyritz mit Chefarzt Dr. Fred Gätcke. Sehr zeitnah können zum Beispiel MRT-Termine wahrgenommen werden und es wird mit der Neurologie kooperiert. Spezielle Operationen werden in Kyritz vorgenommen. "Aber was hier operiert werden kann, wird auch hier operiert", macht Diana Möller, die für beide Kliniken zuständig ist, deutlich, dass Patienten nicht ohne Sinn von Havelberg aus nach Kyritz verlegt werden.