Havelberg l Zum wiederholten Mal hat die evangelische Kirchengemeinde zur Jubiläumskonfirmation in den Havelberger Dom eingeladen, an der auch zahlreiche ehemalige Konfirmanden teilnahmen. Sie konnten das wiederholen, was sie vor 60, 65, 70 und 75 Jahren zu ihrer Konfirmation schon einmal taten: sie bekennen sich öffentlich zu Gott und bekunden im reifen Alter, dass ihr vor Jahrzehnten kindlich gegebenes "Ja" noch heute gilt.

Einige der über 30 Jubiläumskonfirmanden hatten einen weiten Anreiseweg in ihre Heimatstadt in Kauf genommen, um am Sonntagsgottesdienst teilzunehmen. Gehalten wurde er von Pfarrer Frank Städler. Kantor Matthias Bensch umrahmte musikalisch den feierlichen Gottesdienst an der Orgel.

Der Nachmittag wurde auf Einladung der Kirchengemeinde im Paradiessaal bei Kaffee und Kuchen verbracht, wobei auch an die ehemaligen Konfirmanden gedacht wurde, denen es leider nicht vergönnt war, an diesem Ehrentag teilzunehmen. Dass es bei dieser gemütlichen Kaffeerunde viel zu erzählen und zu erinnern gab, versteht sich von selbst. So manche lustige Episode hat dazu beigetragen, dass der kurzweilige und wohltuende Tag zum unvergesslichen Erlebnis wurde.

Den organisatorischen Part für diese Veranstaltung hatten Gabriele Schock, Gerda Schürmann, Ute Kerfien und Sabine Neumann von der Kirchengemeinde übernommen. "Von den Teilnehmern, die vor 25 Jahren ihre Konfirmation hatten, haben wir leider keine Rückmeldung erhalten", bedauert Gabriele Schock. Auf Beschluss des Gemeindekirchenrates finden in Zukunft immer zwei Wochen nach dem Pfingstfest die Jubiläumskonfirmationen statt.

Der Havelberger Fritz Block hatte vor 75 Jahren Konfirmation und war damit der älteste Jubilar. Ebenfalls dabei Meike Müller, die Tochter von Dr. Werner Krätzig, die jetzt in Rostock lebt und 1954 Konfirmation hatte. "Den Paradiessaal und viele andere Räume des Doms kenne ich recht gut, denn hier haben wir als Kinder oft gespielt. Die Frauen nahmen es mit dem Verschließen der Türen nicht so genau und so haben wir an alle Türen angefasst, bis wir eine offene gefunden hatten. Beim Kindergottesdienst mit Pfarrer Schreiber studierten wir zum Weihnachtsfest das Krippenspiel ein. Wir hüllten uns in Bettlaken ein und waren dann die Engel. Das war einfach toll! Pfarrer Schreiber hatte eine richtige Bühnenstimme - so klar, laut und deutlich."