Havelberg l Im Dekaneigarten am Dom sind die Flächen für die zahlreichen Stauden vorbereitet, die gestern in die Erde kommen sollten. Frank Schröder, Leiter Planung und technische Durchführung im Zweckverband, führte die Teilnehmer des Pressetermins durch den Dombereich. Stark gewandelt hat sich das Bild auch in der Kleingartenanlage "Am Nußberg", wo bereits neue Sträucher, Hecken und Bäume wachsen. Dort können Buga-Besucher im nächsten Jahr zum Beispiel Hochbeete mit Gemüse und Stauden begutachten, einen Bauerngarten mit Gewächshaus und einen Buchsbaumgarten.

Bundes- und Landeskleingartenvereine werden dort 177 Tage für Kleingärtner Informationen parat halten und Seminare anbieten etwa zur Apfelsortenbestimmung, zur Schädlingsbekämpfung und zum Obstbaumschnitt. Eine kleine Spielfläche ist geplant. Der Naturschutzbund Nabu will einen naturnahen Garten zeigen. Zudem wird ein Muster-Kleingarten angelegt. Die Stadt hat dafür bereits einen Nachpächter gefunden, der sich schon während der Buga um "seinen" Garten kümmern will. Bereits fertig ist die originale Weinloge von der Loire, ein Geschenk aus der Partnerstadt Saumur.

Oberhalb des Nußberges, auf dem Weg, der zur Buga über eine Brücke zum alten Domfriedhof führt, wird die Mauer saniert. Ein Teil muss neu gebaut und gegründet werden, berichtete Havelbergs Bauamtsleiterin Petra Jonschkowski. Die Brücke, die zunächst temporär geplant ist, wird in den Niederlanden vorgefertigt. Sie besteht aus drei Segmenten und ist 39 Meter lang. Die Holz-/Edelstahlkonstruktion wird filigran gehalten, die Wange wird nur 45 Zentimeter stark sein, erklärte Frank Schröder. Im Oktober soll sie innerhalb einer Woche aufgebaut werden.

Auf dem Domfriedhof, wo die einzige Friedhofsausstellung zur Buga 2015 stattfindet, sind 70 Mustergrabanlagen vorgesehen. Am 12. Juli findet das Auswahlverfahren für den Wettbewerb der Grabsteingestalter statt, für den 110 Bewerbungen zugelassen worden sind. Erstmals sind darin auch Holz- und Metallbildhauer integriert. Sie bringen 1:1-Zeichnungen und Modelle im Verhältnis 1:10 mit, berichtete der technische Leiter. Vorgesehen ist auf dem Domfriedhof auch die Darstellung von friedhofshistorischen Pflanzen.

Propsteiweg mit wunderbarem Blick auf die Altstadt, Terrassen, Burggrafenstein und der private Mönchgarten von Edeltraud Weland wurden beim Rundgang bewundert. Die Vorfreude auf das Großereignis im nächsten Jahr wächst auch bei den Medienvertretern.

Neben Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski gehörte Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann zu den Teilnehmern. Zwar ist sie wie alle anderen Bürgermeister auch genau informiert, wie der Vorbereitungsstand in allen fünf Standorten ist, doch hatte sie sich dieses Mal die Zeit genommen, sich in natura anzuschauen, was in Havelberg seit ihrem letzten Besuch vor einem Jahr zur Hochwasserzeit geschehen ist. "Wir haben in unseren fünf Kommunen jeweils sehr individuelle Gestaltungen, die diese Buga so interessant machen. Mauern und Wasser haben wir auch in Brandenburg und Rathenow. Aber diesen Blick von der Prälatenmauer aus übers Wasser auf die Stadt hat eben nur Havelberg. Jeder Standort hat seine Besonderheiten, das ist das schöne. Sehr bemerkenswert finde ich die Gestaltung des Domfriedhofes", sagte die Oberbürgermeisterin im Gespräch mit der Volksstimme.