Neben Ben Güldenpfennig gibt es zumindest tageweise einen zweiten neuen Arzt im Elbe-Havel-Land, der sich um Patienten kümmert.

Schönhausen l Boris Kiselov unterstützt die in Schönhausen und Jerichow niedergelassene hausärztliche Internistin Dr. Carola Lüke. In Kooperation mit dem Johanniter-Krankenhaus Genthin/Stendal besitzt sie über die Ärztekammer die Weiterbildungsermächtigung zum Diabetologen. Im Rahmen dieser Subspezialisierung ist Boris Kiselov jeden Donnerstag Ansprechpartner für die Patienten in der Schönhauser Praxis, die sich seit anderthalb Jahren im Bürgerzentrum befindet. Freitags dann übernimmt er zusammen mit der Ärztin die Sprechstunde in Jerichow. An den anderen Tagen arbeitet Boris Kiselov am Genthiner Johanniter-Krankenhaus.

Seit zehn Jahren lebt der gebürtige Ukrainer in Deutschland. Seine Schwiegermutter ist Russlanddeutsche - mit den Schwiegereltern und seiner Frau kam der Arzt 2004 nach Genthin. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits ein dreijähriges Studium an der Universität hinter sich und ein halbes Jahr in kleinen Krankenhäusern der Ukraine gearbeitet. Die Bedingungen hier stellten ihn allerdings nicht zufrieden, so dass die Entscheidung fiel, künftig in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Schließlich werden hier Ärzte gesucht, vor allem auf dem Land.

Im Jahr 2006 bekommt der heute 37-Jährige eine Anstellung am Genthiner Krankenhaus als Assistenzarzt. Er schließt eine Facharztausbildung ab und ist inzwischen Internist. Am Johanniter-Krankenhaus arbeitet er mit Dr. Carola Lüke zusammen. Genau wie sie möchte auch er Diabetologe werden. "Sie hat die Berechtigung, mich weiterzubilden. In den Sprechstunden kann ich mein Wissen erweitern und anwenden." Die Arbeit in den beiden Praxen bereite ihm genau wie die im Krankenhaus sehr viel Freude. Und auch Carola Lüke ist froh, Unterstützung zu haben und damit die Wartezeiten für die Patienten zu verkürzen.

Sorge um Situation in der Heimat

Boris Kiselov lebt mit seiner Familie, zu der inzwischen zwei Söhne gehören, in Roßdorf. Hier waren die Ukrainer herzlich in die Dorfgemeinschaft aufgenommen worden. "Ich fühle mich sehr wohl hier!" Die kritische Lage in seiner Heimat, wo viele Verwandte und Freunde leben, verfolgt der Arzt mit Sorge und hofft, dass sich die Situation endlich entspannt und wieder Frieden herrscht.