Sandau l Der neu errichtete Solarpark im Sandauer Gewerbegebiet ist am Netz. Die 9324 Module produzieren 2,4 Megawatt Strom, womit um die 800 Haushalte versorgt werden können - also mehr, als die Stadt besitzt.

Verlegt wurde zudem eine 325 Meter lange Mittelspannungsleitung zum neuen Trafohäuschen als Einspeisepunkt ins Stromnetz. Gleich daneben steht der Endmast der 15-Kilovolt-Leitung, die nach Havelberg führt.

"Die Module haben eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren", erklärte Geschäftsführer Stefan Brabant von der Unigea Solar Projects GmbH. Diese Firma entwickelt die Projekte, die Firma Enerparc errichtet und betreibt anschließend die Anlagen. Die Abnahme der knapp drei Hektar umfassenden Anlage in den Sandauer Fehmstücken erfolgt in Kürze, auch eine Eröffnungsfeier ist für die Öffentlichkeit geplant.

Das Gewerbegebiet am Stadtrand ist nunmehr recht gut ausgelastet, doch noch sind zwei Flächen im Osten - also neben der Firma Gilde - frei. Hierzu gibt es auch schon Planungen, wie Stefan Brabant informierte: Die Solaranlage soll hier mit Speicheranlagen ergänzt werden - so dass auch in der Nacht Strom ins Netz gespeist werden kann. Geprüft werden alle Optionen, laut Gesetz ist vor Baubeginn allerdings ein langwieriges Genehmigungsverfahren von bis zu einem Jahr Dauer erforderlich.

Bürgermeister Henry Wagner war mit vor Ort, um die Anlage in Augenschein zu nehmen. "Unser Gewerbegebiet wäre dann endlich komplett ausgenutzt, was auch mehr Gewerbesteuereinnahmen für uns als Stadt bedeuten würde", freute er sich. Schon jetzt erhält die Stadt eine Pacht für einen Teil des Solarparks. Somit kann sie über Jahre mit festen Einnahmen rechnen.

Zaun schützt kleine Tiere

Der Himmel war an dem Tage zwar stark bewölkt, doch wie die Messgeräte bewiesen, produzierten die Module dennoch Strom - mit 40 Prozent ihrer Leitung. Sogar unter einer dünnen Schneedecke erfolge dies, erklärte Stefan Brabant.

Unter den Modulen erkennt man sattes Grün, im Halbschatten gedeiht es besser als unter der prallen Sonne, auch der Boden erholt sich. Der Zaun um die Anlage ist so gestaltet, dass kleine Tiere unter ihn hindurchkriechen können - und somit vor größeren Fressfeinden wie dem Fuchs geschützt sind. Stefan Brabant berichtete in diesem Zusammenhang von einer Anlage, wo sich die Population an Feldlerchen nach deren Bau verdoppelt hatte.