Der Kleintierzüchterverein D-260 Havelberg und Umgebung blickt auf sein 60-jähriges Bestehen zurück. Im grünen Klassenzimmer in Bad Wilsnack, eine Begegnungsstätte in einer sehr schönen Gartenanlage, begrüßte der Vereinsvorsitzende Wilfried Spingler die Mitglieder zum Jubiläum.

Havelberg l Am 8. Januar 1954 wurde in Havelberg der Kleintierzuchtverein G 811 Havelberg mit vier Mitgliedern gegründet. Mit dabei war das langjährige Mitglied Arnold Grunwald, der leider im Dezember des vergangenen Jahres im Alter von 84 Jahren verstarb. Der erste Vorsitzende des Vereins war der Havelberger Zuchtfreund Herbert Frontzek. Er wurde später von Arnold Grunwald abgelöst. Unter ihrer Leitung fand in den 1970er Jahren die größte Kreisschau mit 1200 Tieren im Saal der HO-Gaststätte "Weltfrieden" statt.

Kaninchenzüchter seit 2011 wieder mit von der Partie

Der Termin der Ausstellungen war immer der Totensonntag. In den Gasthäusern "Schmokenberg" und "Mühlenholz" sowie in der Gärtnerei wurden ebenfalls Ausstellungen organisiert. Vor der Wende kam dann der Havelberger Zuchtfreund Arnim Jungnickel als 58. Mitglied in den Verein. Diese hohe Mitgliederzahl schrumpfte nach der Wende auf etwas über 20 Mitglieder zusammen. Da die gesellschaftliche Tätigkeit in der DDR vom Staat gefördert wurde, bekamen die Züchter Futter für ihre Tiere. Das fiel jetzt weg, die Spreu hatte sich vom Weizen getrennt, die "Halter" waren weg und die wirklichen Züchter blieben. Nach der Wende kam die Zeit der Partnervereine und der Kleintierzüchterverein D-260 Havelberg und Umgebung befreundete sich mit dem Geflügelzuchtverein Achim-Baden an. Zu diesem Verein hatten die Havelberger jahrelang eine gute Verbindung und die Partner waren oft in Glöwen bei den Ausstellungen mit ihren Tieren dabei. Ausflüge und gemeinsame Veranstaltungen festigten diese "tierische" Freundschaft. Jetzt haben die Zuchtfreunde aus Achim-Baden leider nur noch fünf Mitglieder und können daher keine Tierschauen mehr ausrichten.

Nachdem der Havelberger Verein ab 1987 immer mehr Schwierigkeiten mit der Suche nach Ausstellungsräumen hatte, ging nach der Wende in der Domstadt gar nichts mehr. Doch ohne Ausstellungen stirbt ein Zuchtverein. Jörg Reichel und Wilfried Spingler machten sich auf die Suche und hatten in der Glöwener Gaststätte "Zur Quelle" Erfolg. Als der Wirt verstarb, ging es in Glöwen in verschiedenen Räumlichkeiten weiter und zum Glück seit 2002 wieder in der "Quelle". Hier finden jetzt auch die vereinsinternen Veranstaltungen wie Skat- und Romméabende, Vergnügen und Tierbesprechungen statt.

Als Arnim Jungnickel aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als 1. Vorsitzender abgeben musste, erklärte sich Jörg Reichel sofort bereit, das Amt weiterzuführen. Im Jahr 2007 wanderte er aber mit seiner Frau nach Norwegen aus und Wilfried Spingler übernahm den Vereinsvorsitz. Mit ihm wechselte der Verein 2011 von Sachsen-Anhalt nach Brandenburg, in den Landkreis Prignitz, wo die Züchter sehr gut aufgenommen wurden. Der Hauptgrund des Wechsels war, dass nur noch drei Mitglieder aus Havelberg stammen und jetzt die Wege zu den Ämtern kürzer sind. Seit 2011 sind auch wieder Kaninchenzüchter in dem rührigen Verein, der sich auf die Geflügelzucht spezialisiert hat und zahlreiche Erfolge verzeichnet.

Europa, Deutsche und Landesmeister sind im Verein zu finden. Mit diesen Voraussetzungen sind die Geflügelzüchter auch auf anderen Schauen gern gesehene Gäste.

42 Erwachsene und drei Jugendliche Züchter gehören zurzeit zum Verein. Der Älteste ist mit 86 Jahren Edwin Manske und das jüngste Mitglied, Tim Welsch, ist gerade einmal sechs Jahre jung. Auf das Durchschnittsalter von 46,8 Jahren ist der Verein recht stolz, denn die meisten Zuchtvereine sind total überaltert und klagen über fehlenden Nachwuchs. Diese Sorgen hat der Vereinsvorsitzende Wilfried Spingler nicht, aber neue junge Leute sind natürlich immer gerne gesehen.

Der Vorsitzende nutzte die Jubiläumsveranstaltung dazu, einige Züchter für ihre Einsatzbereitschaft und gute Vereinsarbeit mit einem Präsentkorb zu würdigen.

Nächste Elb-Havel-Schau Ende Oktober in Glöwen

Dazu zählten Stefanie Welsch, Monika Niechziol, Manfred Protz, Thomas Heinke und Dominik Krause. Dem Havelberger Rainer Manske wurde noch eine besondere Ehre zuteil. Er erhielt für seine langjährige Vereinstätigkeit und in Anerkennung der Verdienste um die deutsche Rassegeflügelzucht vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter die Silberne Bundesnadel verliehen. Nach dem gemeinsamen Abendessen, es gab Schwein am Spieß, viele andere Leckereien und die Jubiläumstorte, unterhielt der Zauberer Andreas, ein Student aus Rostock, die Geflügelzüchter.

Jetzt bereiten sich die Mitglieder auf die Elb-Havel-Schau vor, die am 25. und 26. Oktober im Glöwener Gasthaus "Zur Quelle" stattfindet.

   

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